Marburg: Gruppe bedrängt Polo-Fahrer, dann zieht einer ein Messer

Marburg - Mehrere Streifen rückten aus: Der Notruf eines Autofahrers löste kürzlich einen großen Polizei-Einsatz im mittelhessischen Marburg aus.

Mehrere Polizeistreifen rückten aus, schon nach wenigen Minuten trafen die Beamten auf drei Frauen und einen jungen Mann mit einem Messer in der Hand. (Symbolbild)
Mehrere Polizeistreifen rückten aus, schon nach wenigen Minuten trafen die Beamten auf drei Frauen und einen jungen Mann mit einem Messer in der Hand. (Symbolbild)  © Montage: dpa/Frank Rumpenhorst, dpa/Boris Roessler

Der bedrohliche Vorfall ereignete sich bereits am späten Abend des vergangenen Dienstags in der Straße "Zum Elisbethbrunnen" im Stadtteil Schröck, wie das Polizeipräsidium Mittelhessen am heutigen Freitag mitteilte.

Ein 24 Jahre alter Mann war gegen 20.35 Uhr mit einem VW Polo auf der Straße in Richtung Marburg unterwegs. Am Ortsausgang lief plötzlich eine Gruppe von jungen Frauen und Männern auf die Straße und zwang den Autofahrer so, seinen Wagen auf Schrittgeschwindigkeit zu verlangsamen.

"Einer der Männer hielt ein Messer in der Hand und forderte den Marburger aggressiv schreiend auf, den Polo zu stoppen", berichtete ein Sprecher weiter.

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Zum Glück hatte die Gruppe den Kreis um das Auto noch nicht vollständig gezogen. Der 24-Jährige legte daher den Rückwärtsgang ein, drehte und fuhr davon.

Noch während der Fahrt alarmierte der junge Mann mit seinem Mobiltelefon die Polizei, auch Personenbeschreibungen konnte er abgeben, wie der Sprecher unterstrich.

19-Jähriger schlägt, tritt und spuckt nach Polizisten und Klinik-Personal

Der Verdächtige verletzte sich laut Polizei selbst, ein Rettungswagen musste herbeigerufen werden. (Symbolbild)
Der Verdächtige verletzte sich laut Polizei selbst, ein Rettungswagen musste herbeigerufen werden. (Symbolbild)  © Montage: Julian Stratenschulte/dpa, Roberto Pfeil/dpa

Mehrere Streifen wurden umgehend entsandt und trafen wenige Minuten später bereits auf der L3289 zwischen Marburg und Marburg-Schröck auf drei Frauen und einen jungen Mann, wobei der Letztere ein Messer in der Hand hielt.

Die Beamten stoppten ihn und forderten den Verdächtigen auf, das Messer fallen zu lassen und sich auf den Boden zu legen - der 19-Jährige kam beiden Anweisungen sofort nach.

Im weiteren Verlauf eskalierte die Situation jedoch wieder: Nachdem die Polizisten dem Mann Handschellen angelegt hatten, "ergoss der 19-Jährige eine Schimpf- und Beleidigungstirade über die Kolleginnen und Kollegen", wie der Polizeisprecher weiter ausführte.

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Zudem wurde der offenbar schwer betrunkene Marburger immer aggressiver und "verletzte sich durch Aufschlagen seines Kopfes auf den Asphalt selbst".

Ein Rettungswagen musste herbeigerufen werden, die Sanitäter versorgten den Mann und brachten ihn in die Marburger Uni-Klinik.

Hier zeigte der 19-Jährige weiter psychische Auffälligkeiten: Er beleidigte und bedrohte Polizisten und Klinik-Personal, auch trat und schlug er um sich und versuchte, die ihn umgebenden Personen anzuspucken.

Ein Arzt veranlasste die zwangsweise Einweisung des jungen Mannes in eine psychiatrische Einrichtung.

Verdächtiger ist bereits wegen früherer "Rohheits- und Gewaltdelikten" bekannt

Wie es ferner hieß, handelt es sich bei den drei auf der Landstraße angetroffenen Frauen um Familienangehörige des Festgenommenen. Inwieweit sie an der vorangegangenen versuchten Umzingelung des VW-Polos beteiligt waren, ist genauso wie das Tatmotiv des Verdächtigen Gegenstand weiterer Ermittlungen.

Der 19-Jährige ist der Polizei aufgrund früherer Fälle bereits wegen "Rohheits- und Gewaltdelikten" bekannt. Am vergangenen Mittwoch wurde er auf Antrag der Staatsanwaltschaft einem Haftrichter vorgeführt, der einen Sicherungshaftbefehl gegen den Marburger erließ.

Im Rahmen ihrer Ermittlungen suchen die Beamten des Polizeipräsidiums Mittelhessen Zeugen des Vorfalls in der Straße "Zum Elisbethbrunnen". Auch fragen die Ermittler, ob weitere Verkehrsteilnehmer von der Gruppe genötigt oder bedroht wurden. Die Marburger Polizei ist unter der Telefonnummer 064214060 erreichbar.

Titelfoto: Montage: dpa/Frank Rumpenhorst, dpa/Boris Roessler

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