Mehr als 10.000 Briefe gestohlen? Polizei schnappt zufällig zwei Postboten

Preetz - Schon mal erlebt, dass Briefe nicht angekommen sind? In knapp 13.000 Fällen gibt es nun eine einfache Erklärung: Sie wurden offenbar gestohlen. Die Polizei stellte die Schreiben in Preetz (Kreis Plön, Schleswig-Holstein) sicher.

Briefe und Zeitungen stapeln sich. (Symbolbild)
Briefe und Zeitungen stapeln sich. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Tatverdächtig sind zwei Briefträger, teilte die Polizei am Montag mit. Die 34-Jährige und der 62-Jährige sollen die Briefe in ihrer Wohnung in der Breslauer Straße sowie einer Kleingartenanlage versteckt haben, anstatt sie zuzustellen.

Bereits am vergangenen Dienstag gab es eine Durchsuchung bei den beiden Post-Mitarbeitern. Doch der Anlass dafür war ein ganz anderer. Wie ein Polizeisprecher TAG24 sagte, bestand der Verdacht des Stromdiebstahls.

Als die Polizisten die Wohnung betraten, fanden sie Tausende größtenteils ungeöffnete Briefe. Auch auf dem Dachboden wurden sie fündig. Der berühmt-berüchtigte Kommissar Zufall war am Werk.

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Noch während der Wohnungsdurchsuchung erfuhr die Polizei von einer Kleingartenparzelle der beiden Postboten. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft rückten auch dort die Beamten an. Der Lohn: Mehrere Hundert weitere Postsendungen konnten sichergestellt werden.

Insgesamt fanden die Ermittler 12.809 Briefe. Davon waren 108 geöffnet. Außerdem entdeckten sie lauter Papierschnipsel. Offenbar hatten die dreisten Briefträger eine unbekannte Anzahl an Briefen geschreddert.

Das geschieht jetzt mit den gestohlenen Briefen

Die gefundenen Briefe sollen nun aber wirklich an die Empfänger zugestellt werden. (Symbolbild)
Die gefundenen Briefe sollen nun aber wirklich an die Empfänger zugestellt werden. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Auch diese Reste nahmen die Polizisten mit. Sie sollen nun nach brauchbaren Fragmenten untersucht werden, die eine Identifikation möglich machen, sagte der Polizeisprecher auf TAG24-Nachfrage.

Die ungeöffneten Briefe wurden mittlerweile der Post übergeben, sie kommen erneut in den Zustellprozess und nun hoffentlich endlich bei den Empfängern an.

Was sich in den geöffneten Umschlägen befand, versuchen die Ermittler nun herauszufinden. Dazu werden nun die Absender kontaktiert.

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In welchem Zeitraum die Briefe gestohlen wurden, ist noch nicht bekannt. Die Polizei geht von Wochen bis Monaten aus.

In dem Zusammenhang bittet die Polizei Preetz Bürger darum, nicht bei ihr nachzufragen, falls sie erwartete Briefe nicht bekommen haben.

Die beiden Tatverdächtigen schweigen zu den Vorwürfen. Gegen sie wird wegen der Verletzung des Post- oder Fernmeldegeheimnisses ermittelt.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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