Von Tatjana Bojic, Martin Oversohl, Marco Krefting & Stefanie Järkel
Reutlingen - Nach dem Brand in einem Umspannwerk mit großflächigem Stromausfall in Reutlingen bleibt die Polizei mit zusätzlichen Kräften im Einsatz. Eine Hundertschaft soll mögliche Straftaten verhindern und für Sicherheit sorgen.
Aus Schutz vor möglichen Plünderungen wird die am Montag entsandte Hundertschaft des Polizeipräsidiums in Reutlingen so lange nachts im Einsatz sein, bis die Stromversorgung wieder hergestellt ist.
"Sie sind präsent, um mögliche Straftaten zu verhindern und den Bürgern ein Ansprechpartner zu sein", sagte eine Polizeisprecherin. Die Beamten fahren Streife und sind auch zu Fuß unterwegs.
Der Grund: Industriegebiete und gewerbliche Kunden in Reutlingen sind weitgehend noch ohne Stromversorgung. Deswegen ist die Polizei in den betroffenen Gebieten mit zusätzlichen Kräften im Einsatz.
In den Gemeinden Kirchentellinsfurt und Wannweil konnten wieder große Teile der betroffenen Wohngebiete provisorisch versorgt werden sowie auch einzelne Gewerbegebiete, wie Netze-BW mitteilte.
Stromversorgung weiterhin provisorisch
"Die Stromversorgung erfolgt derzeit weiterhin provisorisch. Bürgerinnen und Bürger in den betroffenen Gebieten werden deshalb gebeten, den Stromverbrauch vorerst auf das notwendige Maß zu reduzieren", so der Verteilnetzbetreiber.
Im Laufe des Vormittags werde es weitere Informationen geben. "Die Reparaturarbeiten im Netz laufen unverändert intensiv weiter", hieß es weiter. "Ziel ist es, die reguläre Versorgung schnellstmöglich wiederherzustellen."
Zur Frage, wann voraussichtlich alle betroffenen Haushalte wieder mit Strom versorgt werden, äußerte sich der Netzbetreiber zunächst nicht.
Mittlerweile verdichten sich die Hinweise auf eine mögliche Brandstiftung. Ermittler konnten einen möglichen Brandbeschleuniger sichern. Alle Spuren würden nun ausgewertet, teilte das Landeskriminalamt (LKA) mit. Der Staatsschutz und das Antiterrorzentrum beim LKA ermitteln.
Erstmeldung: 9.02 Uhr, aktualisiert um 11.32 Uhr.