Nach Schüssen auf Schwarzen: Polizisten beurlaubt

Kenosha - Ein Schwarzer ist im US-Bundesstaat Wisconsin Medienberichten zufolge nach Schüssen schwer verletzt worden, die womöglich von einem Polizisten abgefeuert worden sind. 

Die Proteste nach dem gewaltsamen Tod des US-Amerikaners George Floyd sind noch nicht verklungen, da git es womöglich einen neuen Fall in den USA.
Die Proteste nach dem gewaltsamen Tod des US-Amerikaners George Floyd sind noch nicht verklungen, da git es womöglich einen neuen Fall in den USA.  © Wdjt-Tv/WDJT-TV/AP/dpa

Wie örtliche Medien übereinstimmend unter Berufung auf Videoaufnahmen berichteten, sollen die Schüsse am Sonntag (Ortszeit) in der Stadt Kenosha gefallen sein, während der Mann in seinen Wagen stieg. 

Laut Polizei befindet sich eine Person in ernstem Zustand im Krankenhaus. Die genauen Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unklar.

Polizeiangaben zufolge hatten die Beamten auf einen häuslichen Zwischenfall reagiert, später kam es demnach zu Schüssen. 

Weitere Angaben machte die Behörde zunächst nicht. Örtliche Medien berichteten unter Berufung auf Augenzeugen, der angeschossene Mann habe einen Streit schlichten wollen.

Auf sozialen Medien verbreitete Videoaufnahmen zeigen, wie ein Schwarzer um einen Wagen herumgeht, während mehrere Polizisten ihm mit gezogener Waffe folgen. 

Als er die Wagentür öffnet und einsteigen will, scheint ein Polizist auf ihn zu schießen. 

Gouverneur Tony Evers: "Sind gegen den übermäßigen Einsatz von Gewalt und sofortige Eskalation"

Auf den Aufnahmen sind mehrere Schüsse zu hören. Als Reaktion auf die Handyaufnahmen des Vorfalls kam es laut Medienberichten vor der Polizeistation zu Protesten durch Anwohner. Die Polizei kündigte eine Ausgangssperre bis zum Montagmorgen an.

Wisconsins Gouverneur Tony Evers reagierte bei Twitter auf den Vorfall: "Wir sind gegen den übermäßigen Einsatz von Gewalt und sofortige Eskalation im Umgang mit schwarzen Bewohnern Wisconsins." Polizeiangaben zufolge soll das Justizministerium des Bundesstaats den Vorfall untersuchen.

In den USA war es seit Ende Mai vielerorts zu Massenprotesten gegen Rassismus und Polizeigewalt gekommen.

Der Auslöser war der Tod des unbewaffneten Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota.

Update, 24. August, 20.40 Uhr: Nach Schüssen auf Schwarzen: Polizisten beurlaubt

Nach Schüssen auf einen Schwarzen bei einem Polizeieinsatz im US-Bundesstaat Wisconsin sind die daran beteiligten Beamten beurlaubt worden. 

Das Justizministerium des Bundesstaats, das in dem Fall ermittelt, nannte am Montag zunächst keine weiteren Einzelheiten. 

Als Reaktion auf die Handyaufnahmen des Vorfalls kam es nach Medienberichten vor dem Polizeirevier zu Protesten. Im Anschluss wurde eine Ausgangssperre verhängt.

Update, 24. August, 12.22 Uhr: Name des Verletzten bekannt, sieben Schüsse sollen seinen Rücken getroffen haben

Der 29-jährige Jacob Blake soll verschiedenen Medienberichten zufolge nach einem Wortgefecht mit Polizisten zurück zu seinem Auto gelaufen sein. Auf dem Weg dahin liefen drei Beamte mit gezogener Waffe hinter ihm. Als Blake die Tür aufmachte, eröffnete einer von ihnen dann das Feuer.

Ein Video auf Twitter zeigt, dass er Blake mehrfach in den Rücken schoss. Die Anzahl der Schüsse wird derzeit auf sieben taxiert.

Blake liegt aktuell in einer Krankenhaus und kämpft dort um sein Leben.

Titelfoto: Wdjt-Tv/WDJT-TV/AP/dpa , Screenshot Twitter Fatih Zingal

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