"NSU 2.0"-Drohschreiben: Ermittler sprechen von 99 Fällen

Wiesbaden - In der Affäre um rechtsextreme "NSU 2.0"-Drohschreiben unter anderem an Politikerinnen gehen hessische Ermittler inzwischen von 99 Fällen aus. 

Innenminister Peter Beuth meldete sich im Innenausschuss des Landtags zu Wort (Symbolfoto).
Innenminister Peter Beuth meldete sich im Innenausschuss des Landtags zu Wort (Symbolfoto).  © Arne Dedert/dpa Pool/dpa

Davon werden 17 Schreiben Trittbrettfahrern zugeordnet, wie Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden im Innenausschuss des Landtags erklärte. Die Drohschreiben richteten sich an 28 Menschen und Institutionen in acht Bundesländern.

Acht Betroffene wohnen nach den Worten von Beuth in Hessen, drei von ihnen werden demnach durch das Gefährdungsmanagement des Landeskriminalamts individuell betreut. Bei den fünf weiteren Bedrohten handele es sich um Mitglieder von hessischen Justiz- und Sicherheitsbehörden.

Die Schreiben seien fast immer von einer gleichlautenden Absenderadresse verschickt worden, erläuterte Beuth

Überwiegend sei der Versand per E-Mail geschehen, aber auch per Fax, in zehn Fällen per SMS sowie über Internetkontaktformulare.

Ein ehemaliger Polizeibeamter und seine 55 Jahre alte Ehefrau aus dem bayerischen Landshut werden verdächtigt, mehrere Schreiben mit beleidigenden, volksverhetzenden und drohenden Inhalten an Bundestagsabgeordnete und verschiedene andere Adressaten verschickt zu haben. Das Paar war Ende Juli kurzzeitig festgenommen worden. 

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass die beiden nicht die Urheber der "NSU 2.0"-Drohschreibenserie sind und in dem Fall eine Nebenrolle spielen.

Titelfoto: Arne Dedert/dpa Pool/dpa

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