Organisierte Kriminalität: Viele V-Leute und verdeckte Ermittler

Düsseldorf – Clans, Rocker und Co. im Visier: Die Polizei setzt im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität (OK) in Nordrhein-Westfalen häufig auf V-Leute oder verdeckte Ermittler.

Die Polizei arbeitet häufig mit V-Leuten und verdeckten Ermittlern, um kriminellen Machenschaften auf die Schliche zu kommen. (Symbolbild)
Die Polizei arbeitet häufig mit V-Leuten und verdeckten Ermittlern, um kriminellen Machenschaften auf die Schliche zu kommen. (Symbolbild)  © Henning Kaiser/dpa

Wie aus dem neuen "Lagebild Organisierte Kriminalität" des Landeskriminalamts (LKA) hervorgeht, wurde 2020 bei insgesamt 80 Verfahren 28 Mal mit V-Leuten und neunmal mit verdeckten Ermittlern operiert. Zudem nahm man sechs Menschen ins Zeugenschutzprogramm auf.

"Im Zuge der OK-Bekämpfung sind die Ermittlungsbehörden oftmals auf Informationen und Hinweise aus dem persönlichen Umfeld der kriminell Agierenden angewiesen", so das LKA in dem Lagebild, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

In 55 Verfahren zapfte man demnach auch Hunderte Telefone an. Allerdings weniger als früher.

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Die klassische Telefonüberwachung verliert laut LKA "aufgrund mangelnder Aussicht auf Erlangung ermittlungsrelevanter Informationen immer mehr an Bedeutung." Die Täter nutzen demnach inzwischen verstärkt verschlüsselte Messengerdienste.

Bei der Organisierten Kriminalität nehmen die Ermittler kriminelle Gruppierungen ins Visier, die zum Beispiel mit Drogen handeln. Im Lagebild tauchen daher Rocker, Clans und die italienische Mafia auf. Aber auch Wirtschaftskriminalität gehört wie im Fall der Cum-Ex-Ermittlungen dazu.

Durch dieses Verfahren verdoppelten sich die bekannt gewordenen "Taterträge" innerhalb der Organisierten Kriminalität auf knapp 544 Millionen Euro.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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