Passant bei Kontrolle nach "Judenausweis" gefragt? Jetzt äußert sich die Polizei

Frankfurt am Main - Am Samstag soll ein jüdischer Mitbürger von einem Polizisten in der Mainmetropole Frankfurt antisemitisch beleidigt worden sein. Nachdem der Fall hohe Wellen geschlagen hatte, äußerte sich am Dienstag nun auch die betroffene Polizeidienststelle zum "Judenausweis"-Eklat.

Nachdem der 33-Jährige sich als Mensch jüdischen Glaubens zu erkennen gab, soll ein Beamter ihn nach einem "Judenausweis" gefragt haben. (Symbolfoto)
Nachdem der 33-Jährige sich als Mensch jüdischen Glaubens zu erkennen gab, soll ein Beamter ihn nach einem "Judenausweis" gefragt haben. (Symbolfoto)  © Montage: 123RF/riearl, 123RF/foottoo

Wie das Polizeipräsidium Frankfurt am Main am frühen Dienstagabend mitteilte, seien Beamte unter anderem auch auf dem Opernplatz auf Patrouille gewesen, um das Einhalten der Corona-Maßnahmen zu kontrollieren.

Dabei sei den Ermittlern der 33-Jährige aufgefallen, der sich ohne einen Mund-Nase-Schutz fortbewegte. Darauf angesprochen und mit einem Bußgeld versehen soll sich der Mann jüdischen Glaubens weiterhin geweigert haben, einen Mundschutz aufzusetzen.

Am Ostersamstag wurde dann über die sozialen Medien bekannt, dass der 33-jährige Mann jüdischen Glaubens Strafanzeige gegen einen der eingesetzten Beamten gestellt habe. Dieser beruhe auf mutmaßlich antisemitischen Äußerungen, unter anderem der Frage nach einem "Judenausweis".

Die Frankfurter Polizei stellte in ihrem Statement jedoch klar, dass die betroffenen Beamten keinesfalls derartig fremdenfeindliche Äußerungen getätigt hätten. Auch seitens der beiden Uniformierten wurde Anzeige wegen Verleumdung erstattet.

Vielmehr berichteten sie der Behörde gegenüber, dass der 33-Jährige ein grob uneinsichtiges Verhalten an den Tag gelegt habe, was ihm in letzter Konsequenz einen Platzverweis einbrachte. Der mutmaßliche Geschädigte hatte über seinen Anwalt den Sachverhalt so geschildert, dass er im Laufe der Kontrolle "aggressiv" von den Beamten angegangen wurde.

Die Frage nach dem "Judenausweis" sei zudem von einem hämischen Lachen begleitet worden sein.

Polizei in Frankfurt kündigt nach Antisemitismus-Vorwürfen Aufklärung an und sucht Zeugen

Dennoch nehme man den Vorfall laut eigenen Aussagen enorm ernst, gerade aufgrund der Schwere der erhobenen Vorwürfe. Es seien zudem "noch während des Osterwochenendes erste Ermittlungen in dieser Sache aufgenommen", wie es in dem Bericht weiter heißt.

Letztlich werde "alles daran gesetzt, den Sachverhalt aufzuklären". Auch die Frankfurter Staatsanwaltschaft wurde in den Sachverhalt mit einbezogen.

Mögliche Zeugen des Geschehens sind dazu angehalten sich unter der Rufnummer 069/75553131 an die Frankfurter Polizei zu wenden.

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