Plötzliche Lebensgefahr: Mann aus Görlitz wird zum Helden

Görlitz - Die entspannte Gassirunde endete plötzlich ganz anders: Wie jeden Tag spazierte Wilfred Greif (55) mit seinem Hund am Neißeufer entlang. Dort stach ihm eine skurrile Szene ins Auge, die plötzlich zur Lebensgefahr mutierte. 

Sven Pohling (li.) und der Lebensretter Wilfred Greif (55).
Sven Pohling (li.) und der Lebensretter Wilfred Greif (55).  © Polizei Görlitz

Am Ende rettete der Görlitzer einem Polen das Leben, dafür gab es gestern ein Dankeschön von der Görlitzer Polizei."Ich gehe da immer mit meinem Hund spazieren", sagte Greif TAG24. "So auch am Montag gegen elf Uhr." 

Dabei fiel ihm beim alten Viadukt plötzlich etwas ins Auge: "Auf der polnischen Seite stand ein Mann, ganz still regte sich kein Stück", so Greif, der sonst als Wanderführer arbeitete. "Plötzlich sprang er von einem Sockel kerzengerade ins Wasser. Das macht er fünfmal!" 

Kletterte der Pole (39) viermal wieder aus dem Grenzfluss, blieb er beim fünften Mal einfach sitzen. "Nur noch der Kopf schaute aus dem Wasser", sagt Greif. "Dann kippte er plötzlich nach hinten und wurde von der Strömung mitgerissen." 

Während Passanten das Handy zückte, um das Drama zu filmen, sprang der Görlitzer sofort hinterher."Ich habe es geschafft den dort wieder rausziehen", sagt er. "Er hat sich nicht mehr geregt, ich dachte eigentlich er wäre tot. Der war vollbekleidet und mit Rucksack im Fluss." 

Doch der Neißespringer hatte noch ein zweites Mal Glück: Kaum hatte Greif ihn aus dem Fluss gezogen, kam ein Notarzt vorbeigejoggt, unterstützte die anrückenden Rettungskräfte bei der Ersten Hilfe. So überlebte der Pole.

Dafür gab es am Mittwoch ein Dankeschön vom Görlitzer Revierleiter Sven Pohling (46): "Sie verdienen unser aller Respekt und unsere Anerkennung", so der Polizeioberrat zum Lebensretter. "Mit ihrem vorbildlichen und mutigen Einsatz haben Sie außergewöhnliches bürgerliches Engagement bewiesen, um einem anderen Menschen das Leben zu retten.“ 

Dazu gab es Blumen und ein kleines Geschenk, außerdem noch ein paar Leckerlis für den Hund. Dieser hatte die ganze Zeit brav am Ufer gewartet, während sein Herrchen um das Leben des Flussspringers kämpfte.

Titelfoto: Polizei Görlitz

Mehr zum Thema Polizeimeldungen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0