Polizei erhält Notruf von Lkw-Ladefläche: Der Grund ist besorgniserregend

Heiligenroth - Ein äußerst ungewöhnlicher und vor allem besorgniserregender Notruf, der die Polizei im rheinland-pfälzischen Cochem (Landkreis Cochem-Zell) am Freitag erreichte.

Fotomontage: Die Polizei fand heraus, dass sich auf der Lkw-Laderampe insgesamt acht Personen - allesamt Flüchtlinge aus Eritrea - befanden (Symbolfoto).
Fotomontage: Die Polizei fand heraus, dass sich auf der Lkw-Laderampe insgesamt acht Personen - allesamt Flüchtlinge aus Eritrea - befanden (Symbolfoto).  © Montage: 123RF/Yuri Bizgajmer, foottoo

Wie ein Sprecher der Verkehrsdirektion Koblenz am Samstagmorgen mitteilte, habe sich eine "unbekannte männliche Person" am Freitagmorgen gegen 6.58 Uhr per Notruf an die Einsatzzentrale gewandt und mitgeteilt, dass er sich mit weiteren Menschen auf der Ladefläche eines Lastwagens, der vermutlich auf der Autobahn 48 in Richtung Koblenz unterwegs sei, befinden würde.

Aufgrund einer möglichen Gefahr für Leib und Leben veranlassten die Ordnungshüter nach erfolgloser Fahndung eine Handy-Ortung. 

Mehrere Zeugen-Anrufe, die gegen 7.28 Uhr bei der Polizei in Montabaur eingingen, führten schließlich zu der Annahme, dass der gesuchte Lkw einen Stopp an der Rastanlage in Heiligenroth an der A3 in Richtung Frankfurt am Main eingelegt hatte.

Den Augenzeugen-Berichten zufolge seien dort nämliche mehrere Personen mit vermeintlich afrikanischer Abstammung aus einem Sattelauflieger gesprungen. 

Da zudem gemeldet wurde, dass sich angeblich mehrere der Personen innerhalb der Raststätte aufhalten würden, rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an. 

Acht Männer aus Eritrea auf Lkw-Ladefläche illegal mitgereist: Luft zum Atmen wurde knapp

Die Polizei leitete umgehend Strafverfahren gegen die acht illegal mitgereisten Eritreer ein (Symbolfoto).
Die Polizei leitete umgehend Strafverfahren gegen die acht illegal mitgereisten Eritreer ein (Symbolfoto).  © 123RF/geogif

Schließlich gelang es den Beamten, fünf Personen zu ermitteln, die der gemeldeten Personengruppe angehörten. Drei weitere Männer konnten in einem nahegelegenen Waldstück aufgegriffen werden. 

Die Männer, die allesamt aus Eritrea stammen, führten keine gültigen Ausweisdokumente mit sich. Gegen sie wurde umgehend ein Strafverfahren eingeleitet.

Dem Lkw-Fahrer wurde zunächst illegale Schleusung vorgeworfen. Er selbst beteuerte jedoch, dass sein Lastwagen von ihm unbeobachtet  in den Niederlanden beladen wurde. Vor seiner Nachtruhe in Belgien habe er die Ladefläche verschlossen. 

Erst beim Tanken in Heiligenroth habe er ein Klopfen vernommen. Die acht Männer seien ihm direkt nach Öffnung der Ladeklappe förmlich entgegen gesprungen.

Die illegal mitgereisten Männer gaben an, dass sie den Notruf selbst abgegeben hatten, da ihnen die Luft zum Atmen aufgrund des Platzmangels allmählich ausging.

Die komplette Entladung des Lkw durch Polizei und das Technische Hilfswerk (THW) brachte keine weiteren blinden Passagiere zum Vorschein.

Titelfoto: Montage: 123RF/Yuri Bizgajmer, foottoo

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