Krokodil im Bach, Beamte als Babysitter und blöde Einbrecher: So lustig war das Polizei-Jahr 2020

Frankfurt am Main - Viel zu lachen hat es im Krisenjahr 2020 nicht gegeben, auch nicht bei der Polizei. Doch einige Einsätze haben auch die Ordnungshüter zum Kopfschütteln oder Schmunzeln gebracht. Hier eine kleine, völlig subjektive Auswahl:

Im Flüsschen "Bleiche" bei Ortenberg in der Wetterau hatte ein Bewohner nach eigenen Angaben ein etwa ein Meter großes Krokodil entdeckt und fotografiert.
Im Flüsschen "Bleiche" bei Ortenberg in der Wetterau hatte ein Bewohner nach eigenen Angaben ein etwa ein Meter großes Krokodil entdeckt und fotografiert.  © dpa/Boris Rössler

WETTERAU-KROKODIL

Auf Trab hielt die Beamten ein vermeintliches Krokodil im Wetteraukreis, das Ende August angeblich in einem Bachlauf entdeckt wurde (TAG24 berichtete). Die Polizei riet dazu, bei einer Sichtung vorsichtshalber Abstand zu halten, auch wenn von dem eher kleineren Reptil keine Gefahr für Menschen ausginge.

Später wuchsen dann aber die Zweifel, ob es sich wirklich um ein echtes Krokodil handelte - oder ob es nur ein Plastiktier war. Das Rätsel kann aber letztlich nicht gelöst werden.

UNVERBESSERLICH

Gleich zweimal in einer Nacht ziehen die Beamten im September in Heppenheim (Kreis Bergstraße) einen betrunkenen Autofahrer aus dem Verkehr. Zunächst werden bei dem 29-Jährigen, der wegen seiner unsicheren Fahrweise auffiel, per Atemtest 2,16 Promille Alkohol gemessen.

Den Führerschein kann die Polizei nicht einziehen - der Autofahrer hatte ihn schon zuvor abgeben müssen. Die Weiterfahrt wird ihm untersagt. Doch nur wenige Stunden später fällt der Mann erneut am Steuer auf - diesmal mit 2,51 Promille.

Scheinwerfer-Overload und Jung-Detektiv à la "Die drei ???"

Der 12-jährige Willi (l.) steht vor der Polizeistation auf Borkum. Er hatte nach Angaben der Polizei im Juli einen Mann bei einem Diebstahl beobachtet und diesen auf der Flucht von der Promenade in die Dünen verfolgt.
Der 12-jährige Willi (l.) steht vor der Polizeistation auf Borkum. Er hatte nach Angaben der Polizei im Juli einen Mann bei einem Diebstahl beobachtet und diesen auf der Flucht von der Promenade in die Dünen verfolgt.  © privat/DPA

BLENDEND

Im wahrsten Sinne des Wortes als blendende Erscheinung ist der Polizei im August in Frankfurt ein Lkw-Fahrer aufgefallen. Er hatte insgesamt 19 Scheinwerfer an der Fahrzeugfront montiert.

Das Fernlicht war nach Angaben der Polizei so geklemmt, dass sämtliche Scheinwerfer bei Aktivierung nach vorne leuchteten. Weil weitere Mängel auffielen, durfte der Mann schließlich nicht mehr weiterfahren - auch nicht mit weniger Licht

JUNGER HILFSPOLIZIST

Unverhoffte Hilfe von einem Jungen aus Wiesbaden hat die Polizei im Juli auf der ostfriesischen Urlaubsinsel Borkum bekommen. Der zwölfjährige Willi verfolgte an der Strandpromenade einen Dieb und half so den Beamten, den Mann zu stellen (TAG24 berichtete).

Er hatte diesen zuvor beobachtet, wie ein Portemonnaie geklaut hatte, in dem sich die Einnahmen von einer Anlage mit großen Trampolinen befanden, die in Ferienorten oft in Strandnähe aufgebaut sind. Die Polizei handelt den mutigen Willi, später als neues Mitglied der aus der Hörspiel-Reihe bekannten Detektive "Die drei ???".

Polizeischutz für Zweijährigen und explosive Angelbeute

Fotomontage: Anfang April kümmerten sich Polizeibeamte in Korbach um einen zweijährigen Jungen, während die Mutter ihr zweites Kind entband und die echte Babysitterin noch nicht anwesend war (Symbolfoto).
Fotomontage: Anfang April kümmerten sich Polizeibeamte in Korbach um einen zweijährigen Jungen, während die Mutter ihr zweites Kind entband und die echte Babysitterin noch nicht anwesend war (Symbolfoto).  © Montage: 123RF/Kjetil Kolbjornsrud, animaflorapicsstock

LEICHTES SPIEL

Relativ leicht gemacht hat es ein mutmaßlicher Serieneinbrecher der Polizei in Nordhessen. Er trug so auffällige Kleidung, dass ihm die Ermittler auf die Schliche kamen.

Er trug eine Bommelmütze, eine tarnfarbene Jacke, eine Jogginghose und Marken-Badeschlappen und war - was er vermutlich nicht wusste - von Überwachungskameras gefilmt worden.

"Es ist nur zu vermuten, dass er auf Grund seiner eng getakteten Einbruchsvorhaben möglicherweise keine Zeit dazu gefunden hat, die Kleidung zu wechseln", erklärte die Polizei im Mai.

POLIZEISCHUTZ

Echten Polizeischutz hat Anfang April ein zweijähriges Kind bekommen. Weil die alleinerziehende Mutter zur Entbindung ihres zweiten Kindes mitten in der Nacht ins Krankenhaus musste und die Babysitterin noch nicht da war, sprangen kurzerhand die Beamten ein. Sie passten auf das Kind auf, bis die echte Babysitterin eingetroffen war (TAG24 berichtete).

EXPLOSIVER FUND

Und dann war da noch der Angler in Wiesbaden, der im Mai eine scharfe Handgranate aus dem Rhein zog. Er reagierte aber richtig und legte den Sprengkörper vorsichtig ab.

Die alarmierte Polizei schaltete den Kampfmittelräumdienst ein, der die Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg schließlich gefahrlos abtransportierte.

Titelfoto: Montage: dpa/Boris Rössler, privat/DPA, 123RF/animaflorapicsstock

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