Nach Attacke gegen Fotograf: Konsequenzen für Polizisten

Potsdam - Im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Angriff auf einen Fotografen bei einem Polizeieinsatz ist gegen zwei Polizeibeamte in Brandenburg ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden.

Der Fotograf Julian Stähle (26) bei seiner Arbeit.
Der Fotograf Julian Stähle (26) bei seiner Arbeit.  © Julian Stähle

Dies sei auf der Grundlage von bereits in den Medien gezeigten Videosequenzen geschehen, sagte Polizeisprecher Torsten Herbst am Montag in Potsdam. Die beiden Polizisten seien in den Innendienst der Polizeidirektion West versetzt worden, es werde der Vorwurf einer Falschaussage geprüft.

Das Polizeipräsidium und die Staatsanwaltschaft Potsdam haben das komplette Video nach eigenen Angaben noch nicht erhalten. Die Staatsanwaltschaft will anhand der Aufzeichnung prüfen, ob sich ein Polizist bei dem Einsatz strafbar gemacht hat. 

Es stehe die Frage im Raum, ob eine Körperverletzung im Amt in Betracht komme, sagte ein Sprecher. Geprüft werden soll auch eine mögliche Falschaussage durch Polizisten in einer Gerichtsverhandlung.

Der frei arbeitende Fotograf, der auch für TAG24 regelmäßig im Einsatz ist, wurde nach eigenen Angaben am Rande eines Einsatzes des Spezialeinsatzkommandos SEK am 10. September 2019 in Treuenbrietzen (Kreis Potsdam-Mittelmark) von einem Polizisten tätlich angegriffen. Seine Kamera lief nach eigener Aussage mit und zeichnete das Geschehen per Video auf.

Dieses Video hatten der Fotograf und sein Anwalt am 14. August dieses Jahres bei der Hauptverhandlung zu dem Fall erstmals den Richtern am Amtsgericht Brandenburg (Havel) vorgelegt. Zu einem früheren Zeitpunkt habe sein Mandant das Bildmaterial nicht zeigen wollen, da es Bedenken gegeben habe, dass die Polizisten ihre Aussagen anhand des Videos ändern oder anpassen, sagte der Anwalt des Fotografen, Sebastian Wendt, der Deutschen Presse-Agentur.

Inzwischen sei das Bildmaterial zur Auswertung an Polizei und Staatsanwaltschaft übermittelt worden. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.

Titelfoto: Julian Stähle

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