Rassismus bei der Polizei: Chef der Polizeiakademie fordert wissenschaftliche Untersuchungen

Hannover - Der Direktor der Polizeiakademie Niedersachsen, Carsten Rose (55), hat sich in der Frage von Rassismus bei der Polizei für wissenschaftliche Untersuchungen ausgesprochen.

Carsten Rose (55), Direktor der Polizeiakademie Niedersachsen betonte, dass in der Gesellschaft kein Platz für Gewalt durch die Polizei sei - genauso wenig wie für Gewalt gegen die Polizei. (Archivbild)
Carsten Rose (55), Direktor der Polizeiakademie Niedersachsen betonte, dass in der Gesellschaft kein Platz für Gewalt durch die Polizei sei - genauso wenig wie für Gewalt gegen die Polizei. (Archivbild)  © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Es tue der Polizei gut, wenn sie sich einer unabhängigen Forschung stelle und stärker öffne, als es bislang der Fall gewesen sei, sagte der 55-Jährige der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld des Kongresses "Netzwerk demokratische Polizei" in Hannover.

Er betonte, in der Gesellschaft sei kein Platz für Gewalt durch die Polizei - genauso wenig wie für Gewalt gegen die Polizei.

Im vergangenen Jahr waren bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen Chatgruppen mit rechtsextremen Inhalten aufgedeckt worden. Auch in anderen Bundesländern wurden Fälle bekannt, meist ging es dabei um mutmaßliche rechtsextreme Vorkommnisse. Insgesamt sind bei der Polizei in Deutschland rund 300.000 Menschen beschäftigt.

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Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (61, SPD) sagte im vergangenen Dezember: "Natürlich gibt es Einzelfälle von Racial Profiling", aber dies sei in der Polizei "kein strukturelles Problem".

Von Racial Profiling spricht man, wenn Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Haarfarbe oder anderer äußerer Merkmale, aber ohne konkreten Anlass kontrolliert werden.

Titelfoto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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