Schaffen für lau: Statt Geld gab es für einen Bauarbeiter nur Drohungen

Ulm - Gleich zwei Arbeitgeber sollen einen Mann (56) um einen großen Teil seines Lohns gebracht haben.

Der 56-Jährige arbeitete auf einer Baustelle, doch Lohn bekam er erstmal keinen. (Symbolbild)
Der 56-Jährige arbeitete auf einer Baustelle, doch Lohn bekam er erstmal keinen. (Symbolbild)  © David-Wolfgang Ebener/dpa

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen arbeitete der 56 Jahre alte Geschädigte für die Beschuldigten auf einer Baustelle in der Region Ulm, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilen.

Zu Beginn sei ihm ein fester Stundenlohn zugesagt worden, einen Arbeitsvertrag habe er aber nicht erhalten - obwohl er darauf gedrängt habe.

"Um sein Geld zu erhalten, habe der 56-Jährige sich Ende August an die Beschuldigten gewandt, wobei sie in Streit geraten seien", heißt es in einer Mitteilung.

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Zu einem späteren Zeitpunkt sei er mit einem Beschuldigten, einem 60-jährigen Serben, nach vorangegangenen Drohungen nach Ulm gefahren, um sich dort mit dem zweiten Beschuldigten, einem 48 Jahre alten Deutschen, zu treffen.

Dort habe er ein Schreiben unterzeichnen sollen. Jedoch: Mangels Sprachkenntnisse habe er den Inhalt nicht lesen können, weshalb er das Schreiben nicht unterschrieb. Im Anschluss sei er daraufhin bedroht worden.

Als er am nächsten Tag erneut seinen Lohn forderte, soll einer der Beschuldigten einen Elektroschocker gegen den 56-Jährigen eingesetzt haben!

Durchsuchungen in Baden-Württemberg und Bayern

Anschließend seien beide wieder nach Ulm gefahren, wo der 56-Jährige schließlich das Schreiben wegen der zuvor begangenen Drohungen und Gewaltanwendungen unterzeichnet habe. Im Gegenzug habe er nur einen Teil seines Lohns bar ausbezahlt bekommen und auf knapp ein Drittel des Lohns verzichtet.

Der Geschädigte erstattete deshalb Anzeige bei der Polizei. Die Göppinger Kripo nahm die Ermittlungen auf. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ulm erließ die zuständige Richterin am Amtsgericht mehrere Durchsuchungsbeschlüsse.

Bei Durchsuchungen bei den Beschuldigten in Baden-Württemberg und Bayern fand die Polizei sowohl das vom 56-Jährigen unterzeichnete Schreiben als auch den Elektroschocker. Außerdem stießen die Ermittler auch noch auf weitere Beweismittel, die noch ausgewertet werden müssen.

Gegen den 60-jährigen Beschuldigten erging auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ulm ein Haftbefehl, der gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei dauern an.

Titelfoto: David-Wolfgang Ebener/dpa

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