Schlag gegen Kinderpornografie: Zahlreiche Durchsuchungen in Unterfranken

Unterfranken - Polizei und Staatsanwaltschaft rückten am Mittwoch zu einem groß angelegten Aktionstag gegen Kinderpornografie in ganz Unterfranken aus. Ziel war es, "ein deutliches Signal an die Täter" zu senden, wie ein Sprecher am Donnerstag erklärte.

Eine Hundertschaft der Polizei rückte aus, um insgesamt 26 Wohnungen in Unterfranken zu durchsuchen. (Symbolbild)
Eine Hundertschaft der Polizei rückte aus, um insgesamt 26 Wohnungen in Unterfranken zu durchsuchen. (Symbolbild)  © Montage: dpa/Boris Roessler, dpa/Marius Becker, TAG24/Florian Gürtler

Rund 100 Einsatzkräfte seien in den frühen Morgenstunden am Mittwoch ausgerückt. Ihr Ziel waren zehn Wohnungen in der Region Mainfranken, neun Wohnungen in der Region Untermain und sieben Wohnungen in der Region Main-Rhön.

Mehrere Tatverdächtige wurden vorübergehend festgenommen. "Die Auswertung des umfangreichen sichergestellten Beweismaterials wird nun einige Zeit in Anspruch nehmen", ergänzte der Sprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken.

Hintergrund des Aktionstages sind offenbar seit Jahren kontinuierlich ansteigende Fallzahlen im Bereich der Kinderpornografie in Unterfranken.

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So seien im Jahr 2018 noch insgesamt 225 derartige Straftaten registriert worden. Im Jahr 2020 sei die Zahl der registrierten Fälle bereits auf 541 angestiegen.

"Die Tendenz für das Jahr 2021 ist weiterhin deutlich steigend und hinter jedem der Fälle stehen Opfer und Schicksale", unterstrich der Polizeisprecher.

Aktionstag der Polizei gegen Kinderpornografie: Sind einzelne Verdächtige noch minderjährig?

Mit dem Aktionstag wollten Polizei und Staatsanwaltschaft erklärtermaßen eine abschreckende Wirkung erzeugen. (Symbolbild)
Mit dem Aktionstag wollten Polizei und Staatsanwaltschaft erklärtermaßen eine abschreckende Wirkung erzeugen. (Symbolbild)  © Jan Woitas/dpa

Unklar ist, ob es sich bei allen Tatverdächtigen um volljährige Personen handelt.

Zumindest in einem Fall soll die Mutter eines Verdächtigen Widerstand gegen die Einsatzkräfte geleistet haben, was zumindest den Verdacht nahe legt, dass der Tatverdächtige noch minderjährig sein könnte.

Genauere Informationen hierzu liegen aktuell nicht vor.

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In jedem Fall verfolgten Polizei und Staatsanwaltschaft mit ihrer breit angelegten Aktion das Ziel, eine abschreckende Wirkung zu erzeugen.

Man habe den Tätern deutlich aufgezeigt, dass sie sich in der Anonymität des Internets nicht verstecken könnten, hieß es weiter.

Die Polizei in Unterfranken habe mit einem "nicht unerheblichen Personalansatz" eigene Arbeitsgruppen zum Thema "Kinderpornografie" eingerichtet, um diesen Straftaten noch intensiver entgegentreten zu können.

Titelfoto: Montage: dpa/Boris Roessler, dpa/Marius Becker, TAG24/Florian Gürtler

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