"Schwarzwald-Rambo" Yves R.: Wegen Geiselnahme droht ihm eine satte Haftstrafe!

Offenburg - Weil er im Sommer vier Polizisten entwaffnet haben und anschließend mit ihren Dienstwaffen tagelang im Schwarzwald untergetaucht sein soll, steht ab Freitag (8.30 Uhr) ein 32-Jähriger vor Gericht.

Yves R. (im blauen Pulli) am Freitag vor Gericht.
Yves R. (im blauen Pulli) am Freitag vor Gericht.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Angeklagt ist der als "Waldläufer von Oppenau" bekannt gewordene Yves R. vor dem Landgericht Offenburg unter anderem wegen Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung (TAG24 berichtete).

Ihm drohen allein wegen des Tatvorwurfs der Geiselnahme bis zu 15 Jahre Haft.

Zunächst sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte am 19. Februar fallen.

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R. soll am 12. Juli vergangenen Jahres bei der Kontrolle einer von ihm illegal genutzten Gartenhütte im Schwarzwaldstädtchen Oppenau vier Polizisten gezwungen haben, ihre Waffen abzulegen.

Mit den Dienstwaffen gelang ihm die Flucht. Ein Großaufgebot der Polizei suchte tagelang in der Umgebung nach dem Mann, der unter anderem wegen Körperverletzung vorbestraft ist.

Am 17. Juli 2020 wurde R. nahe Oppenau gestellt. Seit seiner Festnahme hat R. sich laut Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen nicht geäußert.

Am Freitag erhält er vor Gericht die Gelegenheit, Stellung dazu zu nehmen. Außerdem sind Zeugen geladen, die Angaben zur Festnahme machen sollen.

Update: 9.55 Uhr

Yves R. gesteht Flucht mit Polizeiwaffen

Im Prozess um seine spektakuläre Flucht mit gestohlenen Polizeiwaffen im Schwarzwald hat der als "Waldläufer von Oppenau" bekannt gewordene Angeklagte ein Geständnis abgelegt.

Er habe vier Polizisten entwaffnet und sei dann mit deren Waffen geflohen, heißt es in einem Statement, das der 32 Jahre alte Yves R. am Freitag zum Prozessauftakt vor dem Offenburger Landgericht von seinen Anwälten verlesen ließ.

Er habe aber nie vorgehabt, damit jemanden zu verletzen. Ihn habe die Angst getrieben, verhaftet zu werden: "Ich bin ein freiheitsliebender Mensch", ließ der Angeklagte erklären.

Bei seiner Festnahme Mitte Juli habe er im Affekt mit einem Beil um sich geschlagen, ließ R. erklären. Laut Anklage wurde ein Beamter dadurch am Fuß verletzt, er kann demnach seither nicht mehr arbeiten.

Titelfoto: Philipp von Ditfurth/dpa

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