Schwere Verkehrsunfälle in NRW: Spezialteams auf Spurensuche

Köln - Bei schweren Verkehrsunfällen oder auch illegalen Autorennen mit Verletzen oder Todesopfern setzt NRW künftig landesweit auf spezielle Teams zur Spurensicherung.

Polizeibeamte der Kriminalpolizei untersuchen eine Betonplatte auf der A3.
Polizeibeamte der Kriminalpolizei untersuchen eine Betonplatte auf der A3.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Dabei sollten Polizei-Experten mit besonderer Technik zum Einsatz kommen, kündigte Innenminister Herbert Reul (68, CDU) am Montag in Köln an.

Binnen drei Jahren sollen alle 17 Kreispolizeibehörden entsprechend ausgestattet werden.

Als erste gehen Anfang September Bielefeld, Dortmund und Münster an den Start.

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"Was an einem Tatort die Spurensicherung ist, ist an einem Unfallort künftig das VU-Team", erläuterte der CDU-Politiker.

Vergangenes Jahr gab es in NRW 430 tödliche Unfälle im Straßenverkehr. Bisher wird die Aufnahme uneinheitlich gehandhabt.

In acht Kreispolizeibehörden - etwa Bochum, Düsseldorf, Essen oder Köln - kümmern sich schon spezialisierte Teams um schwerste Verkehrsunfälle.

Ansonsten erledigen das Einsatzkräfte des Wachdienstes. Mit der landesweiten Einführung von VU-Teams werde ein einheitlicher Standard geschaffen, bestehende Team würden besser ausgestattet, sagte Reul.

Analyse von Unfällen verändert sich

NRW-Innenminister Herbert Reul (68) lässt sich ein Drohnen-Instrument erklären.
NRW-Innenminister Herbert Reul (68) lässt sich ein Drohnen-Instrument erklären.  © Federico Gambarini/dpa

"Im schlimmsten Fall geht es um die Frage, wer für einen Unfall mit Todesfolge zur Rechenschaft gezogen wird."

Das verhelfe Opfern und Angehörigen zu ihrem Recht.

Die Digitalisierung im Straßenverkehr macht sich dem Ministerium zufolge auch bei der Spurensuche bemerkbar.

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In modernen Fahrzeugen sind viele Assistenzsysteme verbaut - so gebe es am Unfallort oft kaum noch klassische Brems- und Blockierspuren.

"An dessen Stelle treten vermehrt Informationen, die in den Steuergeräten gespeichert werden und präzise unfallrelevante Daten liefern."

VU-Teams erhalten daher Fahrzeuge mit 3D-Scannern, Drohnen und Technik zum Auslesen digitaler Daten.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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