13-Jähriger erstochen: Das fordert die Polizeigewerkschaft jetzt für kriminelle Kinder

Stuttgart/Sinsheim - Eltern krimineller Kinder werden aus Sicht der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) viel zu oft allein gelassen.

Ralf Kusterer, Landeschef der DPolG Baden-Württemberg.
Ralf Kusterer, Landeschef der DPolG Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa

Die Jugendämter verfügten nicht über genug qualifiziertes Personal, sagte der Landesvorsitzende der DPolG Baden-Württemberg, Ralf Kusterer, am Donnerstag.

Es fehle vor allem an erfahrenen Sozialarbeitern, die den psychischen Herausforderungen der Arbeit mit delinquenten Kindern und Jugendlichen gewachsen seien.

Kusterer äußerte sich anlässlich des gewaltsamen Todes eines 13-Jährigen in Sinsheim (Baden-Württemberg).

Tatverdächtig ist ein bereits wegen eines früheren Messerangriffs polizeibekannter 14-Jähriger.

Nach Informationen der Bild-Zeitung hatte der Tatverdächtige im letzten Jahr mehrfach mit einem Messer auf den Oberkörper eines damals 13-jährigen Mitschülers eingestochen.

Die Jungs waren demnach damals in zwei unterschiedlichen siebten Klassen einer Realschule, es gab Streit zwischen ihnen.

Etliche Täter hätten schon vor der bedingten Strafmündigkeit mit 14 Jahren eine Latte von Delikten auf dem Kerbholz, sagte Kusterer.

Wäre die "zwangsweise Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung" besser für auffällige Kinder?

Viele Einrichtungen, in denen diese jungen Menschen unterkämen, arbeiteten nach dem Laissez-faire-Prinzip, dabei wären starke Strukturen viel wirksamer, sagte er. "Ich befürworte in solchen Fällen eine zwangsweise Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung."

Dies diene nicht nur der Resozialisierung, sondern auch dem Schutz der Allgemeinheit. "Sollten die Gesetze das nicht zulassen, müssten sie in diesem Punkt angepasst werden."

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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