Offen trotz Coronavirus: Polizei rückt bei Shisha-Bar an

Stuttgart - Illegale Corona-Party in Stuttgart? In der Nacht auf Sonntag hat die Polizei in einer Shisha-Bar gleich mehrere Menschen angetroffen.

Die Beamten in der Nacht vor Ort.
Die Beamten in der Nacht vor Ort.  © Alexander Hald/visualmediadesign

Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Stuttgart am Sonntagmorgen gegenüber TAG24 berichtet, erfolgte der Einsatz im Stadtteil Rot gegen 22.50 Uhr.

In der Bar, die aufgrund der Corona-Maßnahmen der Regierung (TAG24 berichtete) eigentlich geschlossen haben sollte, trafen die Beamten rund 20 Personen an.

Entgegen Gerüchten, die am Morgen die Runde machten, hatten diese sich keineswegs in der Bar verbarrikadiert. "Nein, die versteckten sich alle im Keller", berichtet der Sprecher TAG24 schmunzelnd.

Nachdem die Polizisten die Personalien der Anwesenden aufgenommen hatten, konnten diese ihrer Wege gehen.

Der Betreiber der Shisha-Bar muss sich nun allerdings auf eine Anzeige gefasst machen, weil er gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen hat.

Update: 12.47 Uhr

Über zwei Dutzend Personen bekommen Anzeigen

In einem verbarrikadierten Keller befanden sich 22 Personen.
In einem verbarrikadierten Keller befanden sich 22 Personen.  © Alexander Hald/visualmediadesign

Nun liegen weitere Informationen seitens Staatsanwaltschaft und Polizei vor.

Demnach hatten Zeugen die Polizei über möglichen Betrieb in einer Shisha-Lounge informiert. Die alarmierten "Streifenbeamte stellten fest, dass die Scheiben der Gaststätte von innen verdunkelt waren. Leise Musik drang nach außen", heißt es von den Ermittlern. 

Die Eingangstüre war verschlossen, jedoch waren an einem Seiteneingang Stimmen und laute Geräusche, wie Klappern und Poltern, zu hören. Im Innern des Betriebs wurde die Beleuchtung mehrfach ein- und ausgeschaltet. Mehrmals forderte die Polizei dazu auf, die Tür zu öffnen. Der Weisung kam niemand nach. 

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Die Staatsanwaltschaft ordnete die zwangsweise Türöffnung an. Feuerwehrleute wurden hinzugerufen und öffneten den Eingang. Beim Betreten der Gaststätte stellten die Beamten zunächst vier Personen fest. Mit Hilfe eines Diensthundes wurden schließlich in einem verbarrikadierten Lagerkeller 22 weitere Personen gefunden. 

Von allen 26 Personen im Alter von 19 bis 35 Jahren stellten die Beamten die Personalien fest. Sie wohnen in verschiedenen Landkreisen rund um Stuttgart sowie in der Landeshauptstadt selbst. Alle müssen mit einer Anzeige wegen eines Vergehens nach dem Infektionsschutzgesetz rechnen. 

Die Polizei schloss die Shisha-Lounge des 27-jährigen Gaststättenbetreibers, der bei der Kontrolle zunächst nicht anwesend war und von der Polizei wegen der laufenden Ermittlungen hinzugerufen wurde. 

Ein inzwischen kursierendes Gerücht, Einsatzkräfte von Polizei oder Feuerwehr seien bei diesem Einsatz angespuckt worden, ist nach den bisherigen Erkenntnissen falsch.

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Update: 15.20 Uhr

OB Fritz Kuhn verurteilt Vorfall aufs Schärfste

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) hat die Zusammenkunft in der Shisha-Bar verurteilt.

Wie es in einem Presseschreiben vom Sonntagnachmittag heißt, seine solche Verstöße gegen die geltenden Corona-Regeln nicht hinnehmbar.

"Ich verurteile die Ignoranz und Unvernunft mancher Leute aufs Schärfste", wird der Grünen-Politiker zitiert. "Wer sich jetzt noch in Gruppen versammelt und Partys feiert, handelt gegen die Gesellschaft und nimmt in Kauf, dass Menschen schwer krank werden oder sogar sterben."

Manch einer fände es vielleicht witzig, die Corona-Verordnung zu umgehen oder heimlich auszutricksen, "aber das ist asozial und unanständig all denjenigen gegenüber, die sich an die Verbote zum Schutz der Gemeinschaft halten". 

Was in der Shisha-Bar geschehen ist, sei ein absolutes No-Go und werde bestraft, so Kuhn.

Titelfoto: Alexander Hald/visualmediadesign

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