Urlaubszeit gleich Einbruchszeit? So schützt man die eigenen vier Wände wirklich!

Mettmann - Im Sommer beginnt für viele Menschen die Urlaubszeit. Doch während die Vorfreude auf die langersehnte Erholung steigt, mischt sich bei vielen auch ein Gefühl von Sorge ein: Denn zur Urlaubszeit haben Einbrecher bekanntlich leichtes Spiel. Die Polizei Mettmann erklärte nun, wie die eigenen vier Wände am besten geschützt werden können.

Zur Urlaubszeit haben Einbrecher es besonders leicht - oder? Die Polizei Mettmann erklärte nun, wie Bürger sich am besten vor Einbruch schützen können und räumte mit Mythen auf. (Symbolbild)
Zur Urlaubszeit haben Einbrecher es besonders leicht - oder? Die Polizei Mettmann erklärte nun, wie Bürger sich am besten vor Einbruch schützen können und räumte mit Mythen auf. (Symbolbild)  © 123RF/Rainer Fuhrmann

Für viele Menschen ist dies wohl der Albtraum schlechthin: Man kehrt gut erholt aus dem Urlaub zurück und wird zu Hause von einer durchwühlten Wohnung empfangen.

Allerdings gilt nicht nur die Urlaubszeit per se als Risikozeit für Langfinger, wie die Beamten jüngst klarstellten.

Denn gerade die Sommermonate, in denen viele Menschen sich fernab ihres Eigenheims eine Auszeit nehmen, kann auch Vorteile bieten, um es Einbrechern schwer zu machen!

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Natürlich können Langfinger im Sommer unter Umständen leichter erkennen, ob jemand zu Hause ist, oder nicht. Allerdings spielt sich das Leben in der Nachbarschaft bei warmen Temperaturen und milden Abenden auch eher draußen ab, sodass zwielichtige Übeltäter leichter auffallen.

Zudem gibt es ja noch das entsprechende Equipment in Form von Überwachungskameras und Alarmanlagen, mit dem viele Bürger ihr Hab und Gut vor Langfingern schützen. Doch ist das wirklich effektiv?

Derartige Gerätschaften gaukeln leider ziemlich oft eine falsche Sicherheit vor, wie die Beamten nun klarstellten!

Sichere Türen und Fenster schützen am effektivsten vor Einbruch

Kriminalhauptkommissar Udo Wilke (l.) und Kriminal-Berater Lars Hannappel beraten zum Thema Einbruchschutz.
Kriminalhauptkommissar Udo Wilke (l.) und Kriminal-Berater Lars Hannappel beraten zum Thema Einbruchschutz.  © Polizei Mettmann

Der Einbruch würde dadurch nämlich keineswegs verhindert werden. Die Einbruchschutz-Experten der Polizei sprechen daher eine andere Empfehlung aus, die da lautet: "Mechanik vor Elektronik."

Kriminalhauptkommissar Udo Wilke erklärte dazu, dass elektronische Überwachungssysteme und Alarmanlagen zwar durchaus eine sinnvolle Ergänzung sein können - das eigentliche Geheimnis liege aber im mechanischen Einbruchschutz!

"Die ersten 30 Sekunden sind entscheidend: Braucht der Täter zu lange, um ein Fenster oder eine Türe aufzuhebeln, wird er davon ablassen", verdeutlichte der Kommissar.

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Einbrecher sind nämlich gezwungen, schnell zu handeln. "Die Gefahr, entdeckt zu werden, steigt mit der Zeit, die voranschreitet", wie Wilke erklärte.

So sollten Bürger wohl lieber in sichere Fenster und Türen investieren, statt in teures Überwachungs-Equipment.

Einbrecher schlagen statistisch gesehen eher tagsüber zu

Ein weit verbreiteter Mythos sei außerdem, dass Täter ausschließlich nachts zuschlagen würden. "Viele Bürgerinnen und Bürger äußern in Gesprächen mit uns oft die Sorge davor, dass plötzlich nachts ein Einbrecher neben ihrem Bett steht und ihnen Gewalt androht oder gar tatsächlich zuschlägt", schilderte Lars Hannappel, kriminalpolizeilicher Berater.

Doch genau eine solche Situation versuchten die Übeltäter in der Regel zu vermeiden, wie der Beamte verdeutlichte. "Jeder Kontakt zu Bewohnern oder Nachbarn hält nicht nur auf, sondern trägt vor allem im Nachhinein dazu bei, dass sie identifiziert werden können", erklärte Hannappel.

So suchten sich Einbrecher lieber Zeitfenster, in denen sie die Objekte vermeintlich ungestört durchsuchen könnten: Beispielsweise tagsüber, wenn die Bewohner bei der Arbeit seien.

Einbruchschutz ist daher nicht nur in der Zeit des Urlaubs, sondern grundsätzlich ganzjährig ein Thema.

Titelfoto: 123RF/Rainer Fuhrmann

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