Vorsitzender der Polizeigewerkschaft: Viele Randalierer mit Migrationshintergrund halten sich an keine Regeln

Mannheim - Nach den Ausschreitungen in der Nacht zum Sonntag hat sich der "Gewerkschaft der Polizei"-Vorsitzende (GdP) Mannheim Thomas Mohr auf Facebook zu den Vorkommnissen geäußert. 

In Stuttgart kam es in der Samstagnacht zu Ausschreitungen.
In Stuttgart kam es in der Samstagnacht zu Ausschreitungen.  © Christoph Schmidt/dpa

In einem Facebook-Post schildert der Vorsitzende der GdP seine Sicht auf die Ausschreitungen in Stuttgart. 

Dabei bezieht er sich auf Berichte von Kollegen, die in der Nacht eingesetzt waren und ihre Eindrücke schildern. 

"Wer hier die Randalierer einer 'Event und Party-Szene' zuordnet, verharmlost das Grundproblem. Nach Schilderungen der Einsatzkräfte vor Ort handelte es sich um überwiegend migrantische Jugendliche, Heranwachsende, aber auch Erwachsene in größerer Zahl, die grundsätzlich sich an keine Verhaltensregeln halten. 'Das sind weitgehend testesterongeladene junge Männer, die in der Gruppendynamik schnell eskalieren!'"

Zudem sei der Organisierungsgrad, insbesondere durch die sozialen Plattformen in der Gruppe hoch. 

"Das Provokationsverhalten und die ausgeprägte Eskalationsneigung dieser Personengruppen war auch Auslöser bei der vorausgegangenen Personenkontrolle durch die Polizei. Das Ganze dann als Foto und Video online zu stellen, bringt Anerkennung und 'Klicks' in der Szene, die man im wahren Leben nicht erfährt", führt Mohr weiter aus. 

Er sehe das Verhalten und die Angriffe der Randalierer auch als einen Angriff auf die Demokratie: "In Stuttgart wurde nicht nur die Polizei angegriffen, sondern auch die Rahmenbedingungen unserer Demokratie überschritten und die Rechtsstaatlichkeit mit Füßen getreten". 

Die Politik stellte sich am Sonntag hinter die Polizei und verurteilte die Vorkommnisse. Kritisch sehe Mohr beispielsweise das Antidiskriminierungsgesetz, das Beamten "generell Rassismus unterstellt". Das würde zudem Ereignisse wie in Stuttgart befeuern. 

Von der Politik wünsche er sich konkretes Handeln. "Die Polizei kann gesellschaftliche Probleme nicht alleine lösen. Seit Jahren stelle ich fest, dass uns, der Gesellschaft, womöglich viele junge Männer, die in Deutschland geboren sind und einen Migrationshintergrund haben, die überwiegend in einer 'virtuellen Parallelwelt' (sozialen Netzwerken) leben, entgleiten. Die kein Benehmen haben, keinen Respekt gegenüber ihren Mitmenschen haben, staatliche Institutionen verhöhnen und lächerlich machen, fremdes Eigentum mutwillig zerstören und explosiv in der Gruppe gewaltbereit sind. Die Coronakrise und den Konsum von Alkohol kausal dafür mitverantwortlich zu machen, ist meiner Meinung nach zur kurz gesprungen. Die Ursache liegt in den von mir dargestellten Verhaltensweisen."

Viele Menschen mit Migrationshintergrund, die Mohr kenne, lehnen dieses Verhalten ab und ärgern sich über diese "Rufschädigung".

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa

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