Polizeigewalt bei Festnahme von Automatensprengern: LKA ermittelt gegen Beamte

Weißenfels/Magdeburg - Nach der Festnahme einer mutmaßlichen Bande von Automatensprengern in Weißenfels prüfen Ermittler ein mögliches Fehlverhalten der beteiligten Spezialkräfte.

Gegen Spezialkräfte der Polizei werden Vorwürfe erhoben. (Symbolbild)
Gegen Spezialkräfte der Polizei werden Vorwürfe erhoben. (Symbolbild)  © Robert Michael/ZB/dpa

Es geht um den Verdacht, dass es bei der Aktion Anfang Mai zu einem "unverhältnismäßigen Einsatz körperlicher Gewalt" gekommen sein könnte, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. 

Die Polizei in Halle ermittelt, ob eine Straftat vorliegt. Infrage kommt laut LKA-Sprecher beispielsweise eine Körperverletzung im Amt. 

Zudem wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Die betroffenen Polizisten werden vorerst für andere Aufgaben eingesetzt.

Hintergrund ist ein Einsatz in der Nacht zum 3. Mai in Weißenfels im Burgenlandkreis. Damals hatten sachsen-anhaltische Spezialkräfte fünf Verdächtige festgenommen, nachdem in einer Bankfiliale ein Geldautomat aufgesprengt worden war. 

Die mutmaßlichen Automatensprenger hätten versucht, zu flüchten, hieß es vom LKA.

Die Spezialkräfte nahmen die Männer dennoch fest. Der Einsatz wurde von einer Überwachungskamera am Tatort gefilmt. Bei der Auswertung der Aufzeichnungen sei der Verdacht aufgekommen, dass die Spezialkräfte bei der Festnahme Gewalt angewendet haben könnten, die nicht verhältnismäßig war, so der LKA-Sprecher. Ein flüchtender 34-Jähriger wurde beispielsweise in den Ellenbogen geschossen.

Gegen die mutmaßlichen Automatensprenger im Alter zwischen 34 und 39 Jahren wurden Haftbefehle erlassen.

Eine Ermittlungsgruppe mit Polizisten aus mehreren Ländern prüft, für welche Automatenaufbrüche im Bundesgebiet die Bande verantwortlich sein könnte.

Titelfoto: Robert Michael/ZB/dpa

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