Falsche Polizeibeamte haben leichtes Spiel mit Seniorin

Leipzig - Telefonbetrüger scheinen in Leipzig inzwischen zur Tagesordnung zu gehören. Nun wurden wieder zwei ältere Menschen zu Opfern, denen am Telefon Zugehörigkeit zur Polizei vorgegaukelt wurde.

Dass sich Betrüger am Telefon für Polizisten ausgeben, ist keine Seltenheit mehr. (Symbolfoto)
Dass sich Betrüger am Telefon für Polizisten ausgeben, ist keine Seltenheit mehr. (Symbolfoto)  © 123rf/daisydaisy

Der erste Fall ereignete sich am Mittwochabend gegen 18 Uhr im Stadtteil Lützschena-Stahmeln. Ein 73-jähriger Mann erhielt einen Anruf von einem Unbekannten mit sächsischem Dialekt, der sich als Polizeibeamter ausgab.

Dieser tischte dem Geschädigten eine ähnliche Story auf, die auch schon bei früheren Fällen genutzt wurde.

Angeblich waren rumänische Einbrecher festgenommen worden, bei denen man ein Notizbuch fand, in dem unter anderem die Adressdaten des Opfers vermerkt gewesen sein sollen.

Der Mann wurde gezielt nach Bargeld und Schmuck gefragt, ließ sich jedoch nicht täuschen, legte auf und rief bei der Polizei an.

Die Opfer werden oft um höhere Geldbeträge gebracht

Einen ähnlichen Anruf erhielt eine 91-jährige Frau gegen 19.15 Uhr im Stadtteil Marienbrunn am anderen Ende der Stadt. Der Anrufer stellte sich als "Polizeibeamter Krüger" vor und stellte Fragen zu einem angeblich bereits begangenen Einbruch mit dem Hinweis, dass die Frau auf ihre Wertsachen aufpassen solle.

Als sie erzählte, kürzlich Opfer eines Handtaschenraubes geworden zu sein. Dies nutzte der Anrufer aus und kündigte an, einen Kollegen vorbei schicken zu wollen, der ihr Bargeld überprüfen sollte. Als der vermeintliche Kollege gegen 20 Uhr bei ihr erschien, wies er sich aus und wurde von ihr in die Wohnung gelassen.

Die Frau übergab dem "Polizisten" einen vierstelligen Betrag, den er im Auto prüfen wollte. Als er nach einiger Zeit nicht wieder aufgetaucht war, vertraute sie sich Nachbarn an, die die Polizei informierten.

In beiden Fällen hat die Polizei die Ermittlungen wegen Betruges aufgenommen.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass Kriminal- oder Polizeibeamte sowie Mitarbeiter der Justiz am Telefon niemals nach Bankdaten, Kontoständen oder Wertgegenständen im Haushalt fragen, niemals Geld fordern und auch niemals aus Ermittlungsakten Vernehmungen oder Zeugenaussagen vorlesen oder Gesprächsmitschnitte vorspielen. In einem solchen Fall sollte sofort aufgelegt und der Notruf 110 gewählt werden.

Titelfoto: 123rf/daisydaisy

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