Polizistin hält Wahlkampfhelfer für Einbrecher: Racial Profiling?

Düsseldorf/Wuppertal - Eine Polizistin hat in ihrer Freizeit einen Wahlkampfhelfer der SPD für einen Einbrecher gehalten und seine Personalien überprüft. Das mutmaßliche Missverständnis hat jetzt das Innenministerium auf den Plan gerufen, das den Vorfall überprüft. Denn die SPD-Fraktion vermutet "Racial Profiling".

Ein mutmaßliches Missverständnis, bei dem eine Polizistin einen Wahlkampfhelfer für einen Einbrecher hielt, hat nun das Innenministerium auf den Plan gerufen (Symbolbild).
Ein mutmaßliches Missverständnis, bei dem eine Polizistin einen Wahlkampfhelfer für einen Einbrecher hielt, hat nun das Innenministerium auf den Plan gerufen (Symbolbild).  © Felix Kästle/dpa

Wie aus einem Bericht an den Innenausschuss des Landtags hervorgeht, war die Frau im Juni 2020 in Wuppertal Opfer von Einbrechern geworden. Wenige Wochen später habe sie an ihrer Straße eine seltsame Beobachtung gemacht: Ein Fremder habe "verschiedene Hauseingänge aufgesucht und nach ihrem persönlichen Eindruck im Bereich naheliegender Häuser 'Deckung' gesucht."

Tatsächlich hatte der Kommunalpolitiker mit Migrationshintergrund laut SPD-Fraktion Flyer für den damaligen Kommunalwahlkampf in Briefkästen gesteckt.

Da er keine Flugblätter mehr dabei hatte, glaubte die Beamtin dem Mann das nicht und ließ - obwohl sie eigentlich in Düsseldorf arbeitet und nicht im Dienst war - die Fahndungsdatenbank nach ihm durchsuchen.

Dann ließ sie ihn nach eigenen Angaben gehen. Einen Vorgang legt sie dazu nicht an. Erst durch eine Beschwerde der Wuppertaler SPD bei der Polizei wurde der Fall dort bekannt.

Die Behörde beanstandete gegenüber der Frau, dass sie nicht Bescheid gesagt hatte - und legte den Fall dann zu den Akten. Das Innenministerium will den Fall nun noch einmal prüfen, denn laut dem Kommunalpolitiker hatte die Polizistin zu ihm gesagt, dass in der Gegend viele Leute herumliefen, die so aussähen wie er - und einbrechen würden.

In einem zur Klärung gedachten Telefonat mit der Polizei sei er dann gefragt worden, "wie er sich denn selbst vom Aussehen her in dieser Wohngegend einordnen würde", so der Kommunalpolitiker.

Titelfoto: Felix Kästle/dpa

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