Prozess gegen Kölner Adil Demirci in Türkei auf März vertagt

Köln/Istanbul - Der Prozess gegen den in der Türkei wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation angeklagten Kölner Sozialarbeiter Adil Demirci ist in Istanbul erneut vertagt worden.

2019: Der wegen Terrorvorwürfen in der Türkei angeklagte Kölner Sozialarbeiter Adil Demirci Demirci
2019: Der wegen Terrorvorwürfen in der Türkei angeklagte Kölner Sozialarbeiter Adil Demirci Demirci  © Marcel Kusch/dpa

Er werde am 17. März fortgesetzt, sagte Demirci (34) der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. 

Der Kölner, der 14 Monate in der Türkei in Untersuchungshaft saß und dann ausreisen konnte, war für die Verhandlung nicht aus Deutschland angereist.

Seine Rechtsanwälte gingen davon aus, dass sich der Prozess noch bis in den Frühling 2022 ziehen könnte, sagte Demirci. 

Das belaste ihn, sagte er. "Solange der Prozess weitergeht, kann ich mit dem ganzen nicht komplett abschließen." 

Für weitere Angeklagte in dem Prozess aus der Türkei sei es aber schlimmer. Eine 24 Jahre alte Mitangeklagte erhalte etwa ihre Anwaltslizenz nicht, solange das Verfahren noch laufe.

Demirci durfte im Juni 2019 ausreisen

Demirci, der die deutsche und die türkische Staatsangehörigkeit hat, war im April 2018 während eines Urlaubs in Istanbul festgenommen und im Juni 2019 aus der Untersuchungshaft entlassen worden. 

Er reiste daraufhin nach Deutschland aus. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm und anderen Angeklagten Mitgliedschaft in der linksextremen Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei vor. 

Die MLKP gilt in der Türkei als Terrororganisation. Demirci weist die Vorwürfe zurück. Insgesamt sind in dem Prozess 22 Personen angeklagt.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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