Stadt Bonn fordert 1 Mio. Schadenersatz von Ex-OB Dieckmann für Bau-Debakel

Bonn/Köln - Die Stadt Bonn fordert im Zusammenhang mit dem Bauskandal um ihr Kongresszentrum eine Million Euro Schadenersatz von der früheren Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (71, SPD).

Bärbel Dieckmann (71, SPD), ehemalige Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn, und ihr Anwalt Thomas Mayen stehen im Festsaal des Gürzenich, der als Gerichtssaal des Verwaltungsgerichts fungiert.
Bärbel Dieckmann (71, SPD), ehemalige Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn, und ihr Anwalt Thomas Mayen stehen im Festsaal des Gürzenich, der als Gerichtssaal des Verwaltungsgerichts fungiert.  © Henning Kaiser/dpa

Am Donnerstag (9.30 Uhr) treffen sich die Parteien zur Verhandlung vor dem Kölner Verwaltungsgericht (Aktenzeichen: 19 K 4769/18, 19 K 4770/18).

Die Stadt wirft Dieckmann, die von 1994 bis 2009 Bonner OB war, die Verletzung ihrer Dienstpflichten vor. 

Im Wesentlichen geht es um die Frage, ob die Stadtverwaltung vor der Auftragsvergabe für das Kongresszentrum WCCB im Jahr 2005 die Bonität des Investors hätte prüfen müssen.

Der Bau des Prestigeobjekts war für die Stadt zum Finanzdebakel geworden, weil der südkoreanische Investor in Wirklichkeit nicht einmal annähernd das nötige Eigenkapital von 40 Millionen Euro besaß. 

Nach seiner Insolvenz folgte ein jahrelanger Baustopp, die ursprünglich auf 140 Millionen Euro geschätzten Baukosten explodierten. 

Erst 2015 wurde das WCCB schließlich eröffnet. 

Der Investor wurde vom Bonner Landgericht wegen Betrugs zu einer Haftstrafe verurteilt.

Die Stadt Bonn fordert von Bärbel Dieckmann (71, SPD) im Zusammenhang mit dem Bau des World Conference Center Bonn (WCCB) Schadensersatz.
Die Stadt Bonn fordert von Bärbel Dieckmann (71, SPD) im Zusammenhang mit dem Bau des World Conference Center Bonn (WCCB) Schadensersatz.  © Henning Kaiser/dpa

Prozess um WCCB im Kölner Gürzenich

Dieckmanns Anwalt sagte vor dem Zivilprozess, er erwarte eine faire Verhandlung. 

Neben Dieckmann hat die Stadt auch den früheren Bonner Stadtdirektor auf Schadenersatz verklagt. Ein vom Gericht vorgeschlagenes Güteverfahren hatte der Stadtrat mehrheitlich abgelehnt.

Wegen des erwarteten großen öffentlichen Interesses und der nötigen Corona-Schutzmaßnahmen hat das Verwaltungsgericht die Verhandlung in den Kölner Gürzenich verlegt. 

Wann das Gericht eine Entscheidung verkündet, ist nach Angaben eines Sprechers noch unklar.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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