Halle-Überlebende erhielt Hass-Nachrichten: Ermittlungen gegen zwei Frauen aus Sachsen!

Landkreis Nordsachsen - Weil sie antisemitische Hasskommentare an eine Überlebende des Anschlags auf eine Synagoge am 9. Oktober 2019 in Halle (Saale) geschickt haben sollen, sind zwei Frauen aus Nordsachsen ins Visier der Behörden geraten.

Im Landkreis Nordsachsen wurden Wohnungen durchsucht, nachdem zwei Frauen in Hass-Nachrichten an eine Überlebende des Terroranschlags von Halle im Jahr 2019 geschickt haben sollen. (Symbolbild)
Im Landkreis Nordsachsen wurden Wohnungen durchsucht, nachdem zwei Frauen in Hass-Nachrichten an eine Überlebende des Terroranschlags von Halle im Jahr 2019 geschickt haben sollen. (Symbolbild)  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Wie die Zentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Dresden am Donnerstag mitteilte, habe die Soko Rex des Landeskriminalamts (LKA) Sachsen am Donnerstag vergangener Woche zwei Wohnungen im Landkreis Nordsachsen durchsucht.

Die Ermittlungen richten sich den Angaben zufolge gegen zwei deutsche Frauen im Alter von 34 und 40 Jahren.

Diese sollen seit Oktober 2020 über die sozialen Netzwerke Facebook und Instagram Hass-Kommentare an eine Frau geschickt haben, die im vergangenen Herbst im Prozess gegen Stephan Balliet (29) als Nebenklägerin aufgetreten war.

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Ursprünglich seien die Ermittlungen ins Rollen gekommen, haben dann jedoch zu einer der tatverdächtigen Frauen nach Sachsen geführt. Daraufhin sei das Verfahren "aufgrund der herausgehobenen Bedeutung" von der Zentralstelle Cybercrime Sachsen übernommen worden.

"In dieser Zentralstelle werden neben Cybercrimeverfahren im engeren Sinne auch Ermittlungsverfahren im Bereich der Hasskriminalität im Internet bearbeitet", heißt es vonseiten der Behörde.

Im Rahmen der Durchsuchungen am 15. Juli seien mehrere Datenträger, darunter fünf Handys und drei Laptops, sichergestellt worden. Die darauf befindlichen Daten sollen nun ausgewertet werden. Die Ermittlungen dauern weiter an.

Der Attentäter Stephan B. war Ende Dezember 2020 wegen zweifachen Mordes sowie versuchten Mordes in zahlreichen weiteren Fällen zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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