"Mohren" als Namensgeber: Rassismus-Debatte geht weiter

Hannover/Wolfsburg - Die Rassismus-Debatte um den "Mohren" als Namensgeber für Apotheken oder Straßen geht weiter. 

Das Logo der Mohren-Apotheke über der Eingangstür in Wolfsburg.
Das Logo der Mohren-Apotheke über der Eingangstür in Wolfsburg.  © Peter Steffen/dpa

 "Es reicht aus, wenn Betroffene sagen: Das ist rassistisch", sagt Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. Der Begriff "Mohr" stehe "für eine bestimmte Rolle schwarzer Menschen".

In Wolfsburg wurden Rassismus-Vorwürfe gegen die dortige Mohren-Apotheke erhoben, Inhaberin Petra Grünwald wehrte sich dagegen: Der Name habe mit der Tradition der Pharmazie zu tun, mit den Mauren, die ihre Heilkunst nach Europa gebracht hätten. Sie betonte: Kein Apotheker würde seinem Betrieb einen Namen geben, der andere verletze.

Der "Mohr" als Namensgeber und Firmenzeichen hat bundesweit für Streit gesorgt: Aktivisten in Berlin fordern seit langem, die dortige Mohrenstraße und den gleichnamigen U-Bahnhof umzubenennen. Erst letzte Woche gab das Augsburger Luxushotel "Drei Mohren" bekannt, dass der Name in "Maximilian's Hotel" geändert wird.

Nach Angaben der Apothekerkammer Niedersachsen gibt es landesweit drei Mohren-Apotheken, gegründet 1950, 1951 und 1965. Umbenannt worden sei nach Kenntnis der Kammer noch keine davon. 

Die Kammer machte aber auch klar: Rassismus und Diskriminierung sollten "mit der gebotenen Sensibilität behandelt und nicht verharmlost oder ignoriert werden".

Titelfoto: Peter Steffen/dpa

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