"Maßnahmen gegen Rassismus": Das passiert jetzt mit der "Mohrengasse"

Ulm - Die Mohrengasse bleibt Mohrengasse: Von Mittwoch (15 Uhr) an weist ein Text an einer Stele auf die künftig besondere Bedeutung der Gasse hin.

Die Mohrengasse hat in Ulm für Diskussionen gesorgt.
Die Mohrengasse hat in Ulm für Diskussionen gesorgt.  © Stefan Puchner/dpa

Bürgermeisterin Iris Mann (parteilos) wird mit der "Arbeitsgruppe Straßennamen" des Gemeinderats ein Schild mit einer Erläuterung des Straßennamens enthüllen.

Der Aktion vorangegangen war eine intensive öffentliche Diskussion darüber, ob die Bezeichnung "Mohrengasse" noch angemessen ist.

Der Gemeinderat der Stadt Ulm entschied sich im vergangenen Jahr für die Beibehaltung des Straßennamens. Weil der Begriff jedoch eine Fremdbezeichnung aus europäischer Sicht darstelle, die rassistisch belastet sei, soll die Erläuterung dazu dienen, sich von dieser Bedeutung zu distanzieren.

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"Ulm versteht sich als internationale Stadt und verknüpft dies mit Maßnahmen gegen Rassismus", lautet der letzte Satz auf der Stele.

Auch in anderen Städten gab es bereits Debatten zu aus heutiger Sicht als rassistisch empfundenen Darstellungen schwarzer Menschen.

So wurde eine umstrittene "Sarotti-Mohr"-Werbung vom Kulturzentrum Capitol in Mannheim nach einer Diskussion um die Darstellung verhüllt.

Update, 16 Uhr: Schild enthüllt

Diese Stele an einer Hauswand erläutert den Straßennamen nun.
Diese Stele an einer Hauswand erläutert den Straßennamen nun.  © Stefan Puchner/dpa

Bürgermeisterin Iris Mann enthüllte das Schild mit der Erläuterung des Straßennamens.

Sie sagte: "Ich freue mich, dass wir eine Lösung gefunden haben, die einerseits die Namensgebung historisch einordnet und erklärt, die andererseits aber auch den zu Recht vorgetragenen Einwänden Rechnung trägt."

Das runde Zusatzschild ist direkt am Gebäude unter dem Straßennamen angebracht.

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Bürgermeisterin Mann betonte am Mittwoch: "Wir stellen uns aktiv gegen jede Form rassistischer Ausgrenzung. Internationalität und Vielfalt sind Teil des Ulmer Selbstverständnisses."

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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