Rassismus-Debatte: Kaya Yanar ringt mit seiner Figur "Ranjid"

Köln - Klischee-Inder auf dem Prüfstand? Der Comedian Kaya Yanar denkt in der Rassismusdebatte intensiv über seine Figur Ranjid nach.

Comedian Kaya Yanar (47) denkt in der Rassismusdebatte intensiv über seine Figur "Ranjid" nach.
Comedian Kaya Yanar (47) denkt in der Rassismusdebatte intensiv über seine Figur "Ranjid" nach.  © Henning Kaiser/dpa

"Ich finde es schade, Ranjid eventuell nicht mehr spielen zu dürfen. Es ist wie einen alten Freund zu verlieren", sagte Yanar (47) der Deutschen Presse-Agentur. 

Seine Facebook-Community fragte der Komiker zu Wochenbeginn: "Darf ich weiterhin Ranjid spielen oder ist das nun ein Tabu? Was meint Ihr? Interessant wären auch die Meinungen von Indern oder Deutschen mit indischem Migrationshintergrund zu dem Thema." 

Darunter begann eine muntere Diskussion.

Yanar sagte der dpa, er sehe viel Zustimmung und sogar Indischstämmige selbst, die seine Figur nicht als rassistisch empfänden. 

Die Stoßrichtung, Klischees offenzulegen und mit ihnen zu spielen und sich nicht über Inder oder Akzent und Aussehen lustig machen zu wollen, sei immer sein Ziel gewesen. 

"Schließlich ist Ranjid eine Kunstfigur, die zwar einen indischen Migrationshintergrund hat, den aber kaum noch thematisiert."

Black- und Brownfacing umstritten

Zurzeit läuft eine Debatte über Humor, der als rassistisch wahrgenommen werden kann. Kaya Yanars (47) Figur "Ranjid" könnte bald Geschichte sein (Archivbild).
Zurzeit läuft eine Debatte über Humor, der als rassistisch wahrgenommen werden kann. Kaya Yanars (47) Figur "Ranjid" könnte bald Geschichte sein (Archivbild).  © Henning Kaiser/dpa

Zurzeit läuft eine Debatte über Humor, der als rassistisch wahrgenommen werden kann. Vor allem Blackfacing gerät in den Fokus

Von Blackfacing spricht man, wenn sich weiße Menschen schminken, um schwarze Menschen stereotyp darzustellen und die Hautfarbe zu einer Verkleidung degradieren. 

Brownfacing wäre ein entsprechendes Wort, wenn es um Inder geht, Yellowfacing, wenn es um Menschen aus China, Thailand oder anderen Ländern Asiens geht. 

Blackfacing ist insbesondere in den USA umstritten, weil dort lange Zeit ein Bühnenverbot für schwarze Menschen herrschte und Weiße an der systematischen Unterdrückung auch in der Kunst Geld verdienten.

Yanar, der selbst türkische Vorfahren hat, hatte sich in der SWR-Sendung "Walulis Woche" geäußert. In der am Sonntag im SWR Fernsehen ausgestrahlten und in der ARD-Mediathek verfügbaren Sendung sagte er: 

"Diese ganze Diskussion, die finde ich großartig. Die zwingt uns Komiker dazu zu reflektieren. Darüber nachzudenken: 'Was haben wir da eigentlich gemacht?' Was gar nicht so einfach ist."

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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