Krasses Selbstexperiment: Mann protestiert gegen Fremdenhass in Amerikas "rassistischster Stadt"

Harrison - Seit dem brutalen Mord an George Floyd tobt nicht nur in Amerika, sondern auf der ganzen Welt eine Diskussion um Alltagsrassismus. Ein Mann entschied sich nun für den Selbsttest und lief mit einem "Black Lives Matter"-Schild durch die angeblich rassistischste Stadt der USA. Was er daraufhin erlebte, ist kaum zu fassen...

Rob Bliss (32) hält in Harrison ein BLM-Schild hoch.
Rob Bliss (32) hält in Harrison ein BLM-Schild hoch.  © screenshot youtube

YouTuber Rob Bliss' Selbstexperiment ist alles andere als ungefährlich:

Mit einem "Black Lives Matter"(BLM)-Plakat lief der 32-jährige durch Harrison in Arkansas - der angeblich rassistischsten Stadt in ganz Amerika!

Die Kleinstadt, die überwiegend weiße Bevölkerung beherbergt, war in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder Zentrum von Rassenunruhen. Auch der Ku-Klux-Klan fühlte sich in der Vergangenheit sehr wohl in dem Städtchen im Mittleren Westen und soll dort weiterhin sein Unwesen treiben.

Obwohl selbst der Bürgermeister des Ortes dafür kämpft, das angeknackste Image aufzupolieren, kommt Harrison nicht aus den Negativ-Schlagzeilen heraus.

Bliss wollte sich nun selbst davon überzeugen, was in der Gegend so vor sich geht. Während sich der YouTuber mit seinem Schild vor eine Werbetafel von WhitePrideRadio.com - einem rechten Radiosender - stellt, muss er sich Dutzende Beleidigungen und Anfeindungen von vorbeiziehenden Autofahrern anhören.

"Sei ein wenig stolz auf  deine Rassenbrüder! Weißer Stolz weltweit!", ruft einer. "Erklär mir, warum das Leben eines Waschbären wichtig ist?", fragt ein anderer.

YouTuber wird als Marxist, Kommunist, Terrorist, und sogar als Rassist bezeichnet

Am Ende erhält Bliss diesen hoffnungsvollen Brief von einem kleinen Mädchen.
Am Ende erhält Bliss diesen hoffnungsvollen Brief von einem kleinen Mädchen.  © screenshot youtube

Der Aktivist wird infolgedessen als Marxist, Kommunist, Terrorist, und sogar als Rassist bezeichnet.

Die meisten Autofahrer sind wütend, andere sind angewidert, und einige sind beim Anblick eines weißen Mannes, der sich für eine schwarze Sache einsetzt, scheinbar völlig verwirrt.

Auf dem Weg zu einem Supermarkt wird Bliss Zeuge davon, wie Kunden BLM als "den größten Scherz, den es je gab" oder als neue "ISIS" bezeichnen, bevor der Manager ihn des Grundstücks verweist.

Dennoch endet der Clip hoffnungsvoll: Ein weißes Mädchen geht schweigend auf den YouTuber zu und gibt ihm eine hastig geschriebene Notiz, handgeschrieben auf einer Serviette. Darauf steht: "Ignoriere die Hasser, du bist friedlich, was du tust, ist gut, nur eine freundliche Erinnerung - gib die Hoffnung nicht auf."

Nach der Veröffentlichung des Videos gab der 32-Jährige auf Twitter bekannt, dass er inzwischen zahlreiche Drohungen von Leuten erhalten habe, die ihn auffordern, die Aufnahmen aus dem Internet zu nehmen.

Titelfoto: screenshot youtube

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