Ausländer eingeschleust? Razzia bei Thüringer Firma

Werra-Suhl-Tal - In Thüringen laufen seit den Morgenstunden am Mittwoch Großeinsätze der Bundespolizei, die sich gegen eine Logistikfirma richten.

Hunderte Polizisten durchsuchen in vier Bundesländern die Standorte der Firma. (Symbolbild)
Hunderte Polizisten durchsuchen in vier Bundesländern die Standorte der Firma. (Symbolbild)  © Jens-Ulrich Koch/dpa-Zentralbild/dpa

Die Firma stehe unter Verdacht, gewerbsmäßig Ausländer eingeschleust zu haben, um diese dann für Dumpinglöhne arbeiten zu lassen, so der MDR. Die Stadt im Wartburgkreis steht dabei im Mittelpunkt von bundesweiten Ermittlungen und Durchsuchungen.

Die Staatsanwaltschaft Meiningen gibt an, dass die Firma insgesamt vier Standorte unter anderem in Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern betreibt. Über 70 Zollbeamte und 500 Bundespolizisten sind so am Mittwoch in Firmenstandorte und Privatwohnungen sowie Unterkünfte von Arbeitskräften unterwegs und durchsuchen diese auf Hinweise.

Die drei Geschäftsführer der Firma sollen die Ausländer aber nicht nur nach Deutschland einschleusen, sondern sie auch noch in Schrott-Mobilien zu überteuerten Preisen wohnen lassen, deren Kosten sie gleich vom niedrigen Lohn abziehen soll.

Besonders abgesehen haben soll es die Firma auf Arbeiter aus der Ukraine. Die brauchen bei einer Einreise bis zu 90 Tagen kein Visum, erst wenn sie Arbeit aufnehmen würden, wäre ein Dokument fällig geworden.

Auf das Vorgehen aufmerksam geworden waren die Behörde demnach, im Juni 2019. Damals war Polizisten ein Transporter mit mehreren Ukrainern ausgefallen, die alle auf dem Weg zu der Thüringer Firma waren. Die Aktion dauerte am Mittwochvormittag noch an. Ob es auch zu Festnahmen kommen könnte, war vorerst unklar.

Titelfoto: Jens-Ulrich Koch/dpa-Zentralbild/dpa

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