Bundesweite Razzien nach Corona-Betrug: YouTuber Fayez K. im Fokus der Fahnder

Berlin - Mit einer großen Razzia in mehreren Bundesländern ist die Polizei gegen mutmaßliche Betrüger bei den Coronahilfen vorgegangen. Der Drahtzieher soll der bekannte YouTuber Fayez K. (25) sein.

Im Zusammenhang mit Corona-Betrug hat die Polizei am Dienstagmorgen bundesweite Razzien durchgeführt. (Symbolfoto)
Im Zusammenhang mit Corona-Betrug hat die Polizei am Dienstagmorgen bundesweite Razzien durchgeführt. (Symbolfoto)  © Christophe Gateau/dpa

Mehr als 50 Wohnungen und andere Räume in Berlin und mindestens fünf anderen Bundesländern wurden am Dienstagmorgen von Polizei und Staatsanwaltschaft durchsucht, wie Sprecher sagten.

Im Fokus der Fahnder stehen auch Islamisten, die an dem mutmaßlichen Betrug beteiligt gewesen sein könnten. Die für Islamismus zuständige Abteilung des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) ist an den Ermittlungen beteiligt. "B.Z." und "Bild" hatten berichtet.

Der Vorwurf lautet Subventionsbetrug. Coronahilfen sollen ohne die nötigen Voraussetzungen kassiert worden sein. Der Schwerpunkt der Einsätze sei Berlin, sagte ein Sprecher der Polizei. Dort gab es unter anderem eine Durchsuchung im Wedding.

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Insgesamt nahm die Polizei mindestens 57 Wohnungen und Büros in Deutschland in den Fokus. Durchsuchungen gab es auch in Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.

YouTuber Fayez K. soll sich eine Million Euro an staatlichen Corona-Fördermitteln erschlichen haben

Der YouTuber Fayez K. (25) ist in der Vergangenheit immer wieder mit provokanten Aktionen aufgefallen.
Der YouTuber Fayez K. (25) ist in der Vergangenheit immer wieder mit provokanten Aktionen aufgefallen.  © Screenshot/YouTube/Fayez Kanfash

Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) teilte mit: "Als internationale Metropole steht natürlich auch die Hauptstadt im Fokus terroristischer Netzwerke. Umso wichtiger ist es, ganz genau hinzuschauen, wenn es um die Finanzströme innerhalb extremistischer Strukturen geht."

Aus einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft geht nun hervor, dass Fayez K., den die Ermittler dem salafistischen Milieu zurechnen, im Mittelpunkt der Fahndung steht.

Demnach soll der syrische YouTuber, der 1,3 Millionen Follower hat, sich über Strohleute mehr als eine Million Euro an Fördermitteln durch falsche Angaben über erfundene gewerbliche Tätigkeiten erschlichen haben.

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Fayez K. soll sich mittlerweile wieder in Syrien aufhalten. Der 25-Jährige war in der Vergangenheit immer wieder durch kontroverse Aktionen aufgefallen.

So hat er einen als Emmanuel Macron verkleideten Mann an einer "Leine" durch Berlin-Neukölln geführt, in einem seiner Videos Polizisten andeutungsweise erschossen oder auch auf dem Alexanderplatz mit einer Koran-Aktion provoziert und Israel-Hass geschürt.

Erstmeldung, 22. November, 8.46 Uhr, aktualisiert um 14.34 Uhr

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa, Screenshot/YouTube/Fayez Kanfash (Bildmontage)

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