Apotheken-Mitarbeiter erkennt falschen Impfpass und sorgt für Polizei-Großrazzia

Erlenbach/Region Untermain - Was so alles ans Tageslicht kommen kann, wenn man dreist und unbedarft mit einem gefälschten Impfpass in die Apotheke marschiert. Im unterfränkischen Erlenbach sorgte ein derartiges Vorgehen einer Kundin für eine großangelegte Polizei-Razzia.

Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen, nachdem aufmerksamen Mitarbeitern einer Apotheke ein offensichtlich gefälschter Impfpass ins Auge gefallen war. (Symbolfoto)
Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen, nachdem aufmerksamen Mitarbeitern einer Apotheke ein offensichtlich gefälschter Impfpass ins Auge gefallen war. (Symbolfoto)  © dpa/Sven Hoppe

Doch was war Geschehen? Wie ein Sprecher der unterfränkischen Polizei am Donnerstag mitteilte, wollte sich eine Kundin in einer Apotheke in Erlenbach bereits Anfang Oktober ein digitales Corona-Impfzertifikat auf Basis ihres Impfausweises ausstellen lassen.

Scheinbar hatte sie dabei aber die Rechnung ohne die aufmerksamen Mitarbeiter gemacht, die die Fälschung erkannten und den Vorfall umgehend den zuständigen Beamten in Obernburg meldeten. Dieser Einzelfall löste in der Folge eine Art Kettenreaktion aus.

Denn daraufhin übernahm die Kriminalpolizei in Aschaffenburg die weiteren, äußerst ausführlichen Ermittlungen, die aufgrund der Beweislage letztlich in der Durchsuchung von insgesamt sieben Wohnungen in der Region Untermain im Laufe des gestrigen Donnerstagmorgens endeten.

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Dabei beschlagnahmten die Ordnungshüter zahlreiches, belastendes Material: Darunter Smartphones, weitere gefälschte Impfpässe und zahlreiche digitale Impfzertifikate in Form von QR-Codes. Unterstützt wurden die Ermittler aus Aschaffenburg dabei von den Polizisten aus Obernburg.

Gegen die Tatverdächtigen, zu denen noch keine genauen Angaben gemacht wurden, wurden entsprechende Verfahren eröffnet. Der Verdacht auf Urkundenfälschung könnte sich bis zu fünf Jahren ins Gefängnis bringen.

Allein 138 Fälle von gefälschten Impfzertifikaten im Zuständigkeitsbereich der Polizei Unterfranken

In diesem Zusammenhang verwies die Polizei darauf, dass nicht nur die Herstellung und der Verkauf, sondern auch der Besitz und vor allem die Nutzung falscher Impfzertifikate strafbar seien.

Allein im Zuständigkeitsbereich der unterfränkischen Polizei wurden bislang 138 Fälle im Zusammenhang mit Impfpass-Fälschungen registriert werden. Dabei wurden rund 100 gefälschte Dokumente sichergestellt.

Titelfoto: dpa/Sven Hoppe

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