Razzien bei Asylbewerbern aus Gambia: Haben sie gefoltert und gemordet?

Karlsruhe - Der Generalbundesanwalt ermittelt wegen Folter-Vorwürfen gegen sieben Asylbewerber aus Gambia und ist nun mit Razzien gegen die Männer vorgegangen.

In sechs baden-württembergischen Landkreisen fanden Durchsuchungen statt. (Symbolbild)
In sechs baden-württembergischen Landkreisen fanden Durchsuchungen statt. (Symbolbild)  © Julian Rettig/dpa

Die Ermittler durchsuchten am Mittwoch mehrere Wohnungen und Unterkünfte in Baden-Württemberg und Hessen, wie die Deutsche Presse-Agentur in Karlsruhe am Donnerstag erfuhr. Festgenommen wurde niemand. 

Den Verdächtigen werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit in ihrem Heimatland vorgeworfen. Zuvor hatten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR darüber berichtet.

Die Beschuldigten sollen in dem westafrikanischen Land Oppositionelle misshandelt und zum Teil auch ermordet haben. Einer der Männer etwa soll Gefangene mit Stromstößen gefoltert haben. 

Einem anderen werfen die Ermittler Beihilfe zur Tötung vor. Die Taten liegen schon einige Zeit zurück, alle Männer sind seit mindestens 2017 in Deutschland. Dem Medienbericht zufolge hatten sie in ihren Asylanhörungen selbst angegeben, als Angehörige einer berüchtigten Einheit des gambischen Militärs an Misshandlungen in Gefängnissen beteiligt gewesen zu sein.

Durchsuchungen in sechs baden-württembergischen Landkreisen

In dem kleinen Land hatte der autoritäre Präsident Yahya Jammeh bis Anfang 2017 gut 20 Jahre lang mit harter Hand regiert. Er wird für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht. 

Die Bundesanwaltschaft verfolgt im Ausland begangene Taten nach dem Völkerstrafgesetzbuch wie Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wenn sie einen Bezug nach Deutschland haben.

Durchsuchungen gab es im südhessischen Kreis Bergstraße und in Baden-Württemberg in den Landkreisen Ludwigsburg, Sigmaringen und Rastatt, im Rhein-Neckar-Kreis, in Reutlingen und im Rems-Murr-Kreis.

Titelfoto: Julian Rettig/dpa

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