Neben Kriegswaffen und Sprengstoff: Ermittler fanden Nazi-Propaganda bei KSK-Soldaten!

Wermsdorf - Erschreckende Details aus einer Razzia! Am 11. Mai durchsuchte die Polizei das Grundstück des KSK- Soldaten Philipp S. (45) im Dörfchen Collm (TAG24 berichtete) und entdeckte dabei ein wahres Waffenarsenal.

Mitte Mai durchkämmten Einsatzkräfte in Collm (Nordsachsen) das Anwesen von Philipp S. (45) - und wurden fündig.
Mitte Mai durchkämmten Einsatzkräfte in Collm (Nordsachsen) das Anwesen von Philipp S. (45) - und wurden fündig.  © Axel Kaminski

Der Oberstabsfeldwebel war nach einer eskalierten Abschiedsparty des Oberstleutnants Pascal D. (41) mit Hitlergrüßen und Nazimusik wegen Rechtsextremismus ins Visier des "Militärischen Abschirmdienstes" (MAD) geraten. Wohl nicht zu Unrecht, wie weitere Funde zeigen.

Am 11. Februar gab der MAD den Tipp ans sächsische Polizeiliche Terrorismus- und Extremismusabwehrzentrum (PTAZ), schon da bestand der Verdacht, dass Philipp S. gegen das Kriegswaffengesetz verstößt und Rechtsextremist ist. 

Während der Soldat selbst in der Kaserne in Calw verhaftet wurde, durchsuchte ein Großaufgebot an Ermittlern mehrere Tage lang sein Grundstück. 

Auf Anfrage der Linken-Abgeordneten Kerstin Köditz (52) führte Justizministerin Katja Meier (40, Grüne) auf, was dabei konkret gefunden wurde: 

  • Eine Kalaschnikow mit Munition, 
  • eine Armbrust, 
  • ein Bogen mit entsprechenden Bolzen und Pfeilen. 
  • Außerdem ein Teleskopschlagstock, 
  • Messer, 
  • mehrere Luftdruckwaffen, 
  • ein Schalldämpfer, 
  • Nebel- und Übungshandgranaten. 
Erschreckend: Auch zwei Kilo Nitropenta, bekannt als Plastiksprengstoff, zehn Zünder dafür, elf Verlängerungen, vier Stück Sprengstofffolie und eine Sprengschnur fanden sich dort. 

KSK-Soldat wohl stark rechtsextrem

Eine Kalaschnikow und eine Armbrust wurden unter anderem bei dem Rechtsextremisten gefunden. (Symbolbilder)
Eine Kalaschnikow und eine Armbrust wurden unter anderem bei dem Rechtsextremisten gefunden. (Symbolbilder)  © 123RF/Ath Kholt, 123RF/soulless23

Was er damit anfangen wollte, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. 

Ebenso woher das Arsenal stammt, wobei Nitropenta auch bei der Bundeswehr zum Einsatz kommt.

Dass die Hinweise des MAD auf die rechtsextreme Gesinnung des Elitekämpfers nicht aus der Luft gegriffen zu sein scheinen, zeigen andere Funde: Im Wohnhaus fanden sich Postkarten und Aufkleber mit NS-Motiven, ein Liederbuch der SS, eine Ausgabe der Szene-Zeitschrift "Sol Invictus" über den Nazi-Dichter Kurt Eggers und 14 Ausgaben der Zeitschrift "Der Freiwillige", eigentlich gedacht für ehemalige Waffen-SS-Männer. 

Doch nicht nur für den historischen Nationalsozialismus schien sich der Verhaftete zu interessieren: Neben Szene-Kleidung der Markt "Thor Steinar" fanden die Ermittler auch ein Exemplar der "Unabhängigen Nachrichten", einer Zeitschrift aus dem Neonazi-Spektrum.

Titelfoto: Axel Kaminski, 123RF/soulless23

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