Razzia in Kölner Shisha-Bars: Polizei, Ordnungsamt und Zoll schlagen zu

Köln - Mit vereinten Kräften haben in der Nacht zu Sonntag das Hauptzollamt, die Bauaufsicht, Polizeibeamte und das Ordnungsamt zahlreiche Shisha-Bars in Köln kontrolliert.

Mitarbeiter des Zolls, der Bauaufsicht, Polizeibeamte und das Kölner Ordnungsamt waren im Einsatz und kontrollierten zahlreiche Shisha-Bars in der Stadt.
Mitarbeiter des Zolls, der Bauaufsicht, Polizeibeamte und das Kölner Ordnungsamt waren im Einsatz und kontrollierten zahlreiche Shisha-Bars in der Stadt.  © Gianni Gattus

Die Stadt teilte am Sonntag mit, dass bei der Aktion zahlreiche Verstöße gegen den Landeserlass zum Betrieb von Shisha-Bars festgestellt wurden.

Mehreren Betreibern war die Zubereitung und Abgabe von Wasserpfeifentabak an Ort und Stelle untersagt worden.

Manche Betriebe hätten ihre CO-Warngeräte nicht normgemäß erneuert, während Feuerlöscher nicht der neuen Vorschrift entsprochen hätten. Auch Lüftungsanlagen seien bemängelt worden. Zudem habe es baurechtliche Beanstandungen gegeben, wie es hieß.

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In Köln-Ehrenfeld habe ein Café sofort geschlossen und versiegelt werden müssen, weil erhebliche Brandschutzmängel entdeckt worden seien. In einem anderen fehlte die baurechtliche Genehmigung.

Laut der Stadt hatte es zudem in mehreren Shisha-Bars den Verdacht auf illegal betriebenes Glücksspiel gegeben. Dort hatten die Ermittler nicht nur Spielgeräte ohne gültiges Prüfsiegel entdeckt, sondern ebenfalls Spieltische.

Die Beamten hatten bei der Razzia in mehreren Shisha-Bars in Köln Tüten mit unversteuertem Wasserpfeifentabak beschlagnahmt.
Die Beamten hatten bei der Razzia in mehreren Shisha-Bars in Köln Tüten mit unversteuertem Wasserpfeifentabak beschlagnahmt.  © Gianni Gattus

51 Kräfte und zwei Diensthunde im Einsatz

Mitarbeiter des Zolls stehen vor einer Shisha-Bar in Köln.
Mitarbeiter des Zolls stehen vor einer Shisha-Bar in Köln.  © Sebastian Klemm

Vollstreckungsbeamte hatten bei der Aktion mehrere Personen auf ausstehende Beträge bei der Stadtkasse geprüft - und gleich einige Treffer gelandet! Bei mehreren Personen lagen Forderungen in Höhe von mehreren Tausend Euro vor.

Während bei Taschenpfändungen ein vierstelliger Euro-Betrag eingenommen wurde, pfändeten die Beamten auch eine BMW-Limousine.

In einer Shisha-Bar in der Innenstadt hatte sich ein Betreiber strikt geweigert, den Zollbeamten freiwillig Zutritt zu seiner Bar zu gewähren. Diese setzten daher eine Endoskop-Kamera ein, um unter einer verschlossenen Stahltür in einen Lagerraum schauen zu können.

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"In dem schlecht belüfteten Kellerraum entdeckte der Zoll mehrere Gefäße und Tüten mit unversteuertem Wasserpfeifentabak", erklärte ein Sprecher der Stadt. Die hygienischen Zustände in dem Raum seien zudem "bedenklich" gewesen.

"In beinahe jeder Bar hatten wir einen Treffer und haben insgesamt fast 300 Tabakdosen sichergestellt", schilderte Jens Ahland, Pressesprecher des Hauptzollamts Köln. Gegen die betroffenen Barbetreiber seien noch vor Ort Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Auch überprüften die Beamten die angetroffenen Mitarbeiter der Betriebe hinsichtlich möglicher Schwarzarbeit. In mehreren Fällen bestehe der Verdacht, dass Barbetreiber ihre Angestellten nicht oder falsch zur Sozialversicherung gemeldet hat.

Insgesamt waren 51 Kräfte und zwei Diensthunde an der Aktion beteiligt.

Titelfoto: Sebastian Klemm

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