Rekord! Steuerfahnder sichern in Sachsen 95 Millionen Euro Schwarzgeld

Dresden - Moderne IT-Technik hat Sachsens Steuerfahndern 2019 ein Rekordjahr beschert. Fast 95 Millionen Euro jagten sie Steuerhinterziehern ab - es war die höchste Summe seit 2014.

Finanzminister Hartmut Vorjohann (57, CDU) konnte ein Rekordergebnis seiner Steuerfahnder vermelden.
Finanzminister Hartmut Vorjohann (57, CDU) konnte ein Rekordergebnis seiner Steuerfahnder vermelden.  © Ove Landgraf

Die Investitionen in eine moderne Steuerfahndung zahlen sich nach Angaben des Finanzministeriums aus. Genau 29 Millionen Euro mehr als im Vorjahr spielten die Schwarzgeld-Jäger 2019 ein. 

"Die Zeiten, in denen die Steuerfahndung lediglich Aktenberge auswertet, sind längst vorbei", sagt Finanzminister Hartmut Vorjohann (57, CDU). 

Vor allem im Bereich der Wirtschaftskriminalität helfe IT-Technik, die riesigen Datenmengen aufzubereiten, digitale Spuren zu verfolgen und Beweise zu sichern. "Wir lassen uns nicht durch den technischen Fortschritt von Steuerbetrügern abhängen."

Für Sachsens Fiskus sind insgesamt 106 Fahnder tätig. Im vergangenen Jahr prüften sie in über 1300 Fällen und ermittelten in mehr als 800 Amts- und Rechtshilfeersuchen. 

Die meisten Steuersünder kommen aus Leipzig

Ein sächsischer Steuerfahnder zeigt seine Marke.
Ein sächsischer Steuerfahnder zeigt seine Marke.  © Heinz Patzig

Mit 65 Millionen Euro entfällt mehr als die Hälfte des aufgedeckten Steuerschadens auf die Umsatzsteuer. Dazu kamen rund 9,5 Millionen Einkommen-, 5,9 Millionen Euro Gewerbe- und 3 Millionen Euro Lohnsteuer. 

Mit über 7 Mio. Euro schlagen Abgaben wie Erbschafts- und Schenkungssteuer, Solidaritätszuschlag oder Kirchensteuer zu Buche.

Steuersünder-Hochburg war 2019 laut Ministerium der Raum Leipzig - gut 46 Millionen Euro "Schwarzes" spürten die Fahnder hier auf. 

In der Region Dresden waren es knapp 28,5 Millionen Euro, im Bereich Chemnitz rund 20 Millionen Euro. 

Besonders anfällig für Steuerbetrug waren demnach der Handel mit Edelmetallen und Elektronikartikeln sowie der Online-Handel. 

Die Steuerfahndung leitete rund 370 Strafverfahren ein.

Titelfoto: Ove Landgraf, Heinz Patzig

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