Tragischer Unfall: Junge (6) stürzt in Teich und wird zum Pflegefall

Rostock – Mit einem tragischen Unfall eines sechsjährigen Jungen und einer daraus resultierenden lebenslangen Behinderung setzt sich am Freitag (13.30 Uhr) das Oberlandesgericht (OLG) Rostock auseinander.

Der Fall wird vor dem Oberlandesgericht Rostock ausgetragen. (Archivbild)
Der Fall wird vor dem Oberlandesgericht Rostock ausgetragen. (Archivbild)  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Dabei geht es um Schmerzensgeld- und Schadenersatzansprüche von zusammen 470.000 Euro.

Klägerin ist die Mutter, die den Jungen laut Gericht im Juni 2012 dem Vater seiner Spielkameradin zu einer Wochenendveranstaltung eines Jugendhilfevereins im Landkreis Rostock mitgegeben hatte.

Auf dem Gelände fiel der Junge in einen Teich und geriet unter Wasser. Als er gefunden wurde, konnten trotz sofortiger Rettungsmaßnahmen schwere Hirnschäden nicht verhindert werden. Er werde sein Leben lang pflegebedürftig sein.

Die Mutter hatte ihre Ansprüche bereits vor dem Landgericht Rostock geltend gemacht. Dieses sah den Anspruch zu 50 Prozent als sogenannte Gesamtschuldner bei dem Jugendhilfeverein, beim Grundstückbesitzer und bei dem Vater, der die Aufsicht hatte.

Die andere Hälfte liege allein bei dem Vater. (Urteil vom 04.07.2018 - 10 O 10/15). Alle drei Beklagten hatten Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Das OLG müsse nun entscheiden, was ein Aufsichtspflichtiger tun muss, um solche Schädigungen eines Kindes zu vermeiden oder welche Maßnahmen ein Veranstalter ergreifen muss, der mit spielenden Kindern an einem Naturteich rechnen muss.

Gleichzeitig gehe es um die Frage, ob sich ein Vermieter oder Veranstalter darauf verlassen kann, dass eine Aufsichtspflicht lückenlos erfüllt wird und dass deswegen keine weiteren Sicherungsmaßnahmen erforderlich sind.

Titelfoto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

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