Bundesliga-Vereine erpresst: Jahrelange Haftstrafe

Rottweil - Im Prozess um die Erpressung von Bundesligavereinen durch einen 32-Jährigen werden an diesem Montag (9 Uhr) die Plädoyers und das Urteil erwartet.

Der Prozess findet am Landgericht Rottweil (Foto) statt.
Der Prozess findet am Landgericht Rottweil (Foto) statt.  © Sebastian Gollnow/dpa

Der Mann ist vor dem Landgericht Rottweil angeklagt, weil er mit Drohschreiben versucht haben soll, Millionenbeträge unter anderem bei Fußballvereinen zu erpressen. 

Im Laufe des Prozesses hatte der Angeklagte dies bereits gestanden.

Die Vorlagen für die Mails und Briefe habe er sich aus dem Darknet besorgt, sagte er laut einem Gerichtssprecher. 

Adressiert waren die Schreiben laut Staatsanwaltschaft unter anderem an Fußball-Bundesligavereine, Krankenhäuser, kirchliche Einrichtungen und Fluggesellschaften.

Zwischen Dezember 2019 und Januar 2020 soll er etwa gedroht haben, Krankheitserreger freizusetzen oder kompromittierende Bilder zu veröffentlichen. 

In keinem Fall soll der Mann aus dem Landkreis Tuttlingen Geld bekommen haben.

Ihm wird versuchte räuberische Erpressung in 39 Fällen vorgeworfen.

Update: 16.55 Uhr

Vier Jahre und sechs Monate Haft

Ein 32-Jähriger ist am Montag vor dem Landgericht Rottweil zu vier Jahren und sechs Monaten Haft wegen einer Vielzahl von Erpressungsversuchen verurteilt worden (Az.: 1 KLs 33 Js 304/20). 

Der Angeklagte hat nach Überzeugung des Gerichts mit Drohschreiben versucht, Millionenbeträge unter anderem bei Bundesligavereinen zu erpressen, wie ein Sprecher des Landgerichts sagte. Dies jedoch ohne Erfolg. Mit einem Geständnis hatte der 32-Jährige die Taten bereits zu Beginn des Prozesses eingeräumt.

Die Vorlagen für die Mails und Briefe hatte sich der Mann nach Angaben des Gerichts aus dem Darknet besorgt. Sie waren unter anderem an Fußball-Bundesligavereine, Krankenhäuser, kirchliche Einrichtungen und Fluggesellschaften adressiert. 

Zwischen Dezember 2019 und Januar 2020 soll er auf diese Weise gedroht haben, Krankheitserreger freizusetzen oder kompromittierende Bilder zu veröffentlichen. In keinem Fall hat der Mann aus dem Landkreis Tuttlingen Geld bekommen. Ihm wurde laut Anklage versuchte räuberische Erpressung in 39 Fällen vorgeworfen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von sechs Jahren beantragt, da sie in den massenhaft versendeten Mails keine minder schweren Fälle erkennen konnte. 

Die Verteidigung dagegen hatte für eine Haftstrafe von knapp über zwei Jahren plädiert, wie ein Gerichtssprecher sagte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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