Verstörende Aufnahmen: Anklage gegen sechs Schlachthof-Mitarbeiter erhoben

Oldenburg/Bad Iburg - Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat Anklage gegen frühere Mitarbeiter eines Schlachthofs in Bad Iburg (Landkreis Osnabrück) erhoben.

Ein krankes Rind wird mit einer Seilwinde vom Transporter gezerrt.
Ein krankes Rind wird mit einer Seilwinde vom Transporter gezerrt.  © Soko Tierschutz e.V.

Das bestätigte ein Behördensprecher auf Anfrage der NOZ.

Demnach werden sechs Ex-Mitarbeitern Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen, weil sie einer Vielzahl von Kühen "länger anhaltende erhebliche Schmerzen und Leiden" zugefügt haben sollen.

Die Beschuldigten sollen Rinder, die nicht mehr selbstständig laufen konnten, von Anhängern per Seilwinde in den Schlachthof gezogen haben.

CDU-Politikerin wegen "verschollener" Präsentkörbe vor Gericht
Gerichtsprozesse Dresden CDU-Politikerin wegen "verschollener" Präsentkörbe vor Gericht

Dem ehemaligen Betreiber des Betriebes wirft die Staatsanwaltschaft darüber hinaus vor, tot angelieferte Tiere nicht entsorgt, sondern zerlegt und das Fleisch dann verkauft zu haben. Weitere Details will die Staatsanwaltschaft an diesem Dienstag bekannt geben.

Die Anklage liegt beim Amtsgericht Bad Iburg. Hier muss nun über die Zulassung und mögliche Eröffnung des Verfahrens entschieden werden.

Das Amtsgericht verurteilte in den vergangenen Monaten bereits Landwirte und Viehtransporteure, die Tiere an diesen Schlachthof geliefert hatten.

Die Ermittlungen ausgelöst hatten heimlich gedrehte Videoaufzeichnungen eines Tierrechtsvereins. Der Schlachthof wurde kurz darauf geschlossen.

Titelfoto: Soko Tierschutz e.V.

Mehr zum Thema Justiz: