Shisha-Bar-Betreiber wegen Vergewaltigung verurteilt: Zufall verhinderte Schlimmeres

Bayreuth - Im Prozess um eine mutmaßliche Vergewaltigung über einer Shisha-Bar in Bayreuth wird am Dienstag (13 Uhr) das Urteil erwartet.

Das Wohnhaus, in dem die mutmaßliche Vergewaltigung stattgefunden haben soll.
Das Wohnhaus, in dem die mutmaßliche Vergewaltigung stattgefunden haben soll.  © NEWS5 / Fricke

Dem ehemaligen Betreiber der Bar wird vorgeworfen, eine junge Frau zum Analverkehr gezwungen zu haben.

Als der schockierende Vorfall Ende Januar vergangenen Jahres bekannt wurde, war über eine Gruppenvergewaltigung spekuliert worden. Nach Angaben der Ermittler bestätigte sich dies jedoch nicht.

Der 30-Jährige lernte die Frau laut Anklage Ende Januar 2020 in einem Club kennen und nahm sie mit in seine Wohnung oberhalb der Shisha-Bar. Dort soll er sich an der damals 22-Jährigen vergangen haben. Der Angeklagte sagte, der Sex sei einvernehmlich gewesen.

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Polizeiangaben von damals zufolge, hörte ein 24-Jähriger Schreie, "die auf sexuelle Handlungen an einer jungen Frau gegen ihren Willen hindeuteten" und rettete das mutmaßliche Opfer.

Prozess um Vergewaltigung in Bayreuth: Das fordert Staatsanwaltschaft und Verteidigung

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kamen in der Nacht drei weitere Männer in die Wohnung, die anfangs als Mittäter verdächtigt worden waren. Im Laufe der Ermittlungen stellte sich aber heraus, dass die Männer nicht an der mutmaßlichen Tat beteiligt waren. Das Verfahren gegen sie wurde eingestellt.

Die Staatsanwaltschaft forderte, den Angeklagten wegen Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren mit Unterbringung in einer Entziehungsanstalt zu verurteilen. Die Anwältin der jungen Frau plädierte für sechs Jahre Haft wegen Vergewaltigung und Körperverletzung, die Verteidiger für Freispruch.

Update 15.20 Uhr: Ex-Shishabar-Betreiber wegen Vergewaltigung verurteilt

Das Gericht hat keine Zweifel: Der ehemalige Betreiber einer Shishabar in Bayreuth hat eine junge Frau zum Analverkehr gezwungen. Nur der zufällige Anruf eines Freundes habe möglicherweise eine Gruppenvergewaltigung verhindert, sagte ein Justizsprecher am Dienstag.

Das Landgericht verurteilte den 30-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren mit Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. (Az. 221 Js 1130/20)

Der ehemalige Barbetreiber soll die Frau Ende Januar 2020 in einem Club kennengelernt haben. "Die Frau wollte Drogen, das nutzte er als Lockmittel", sagte der Sprecher. Die damals 22-Jährige sei mit ihm in seine Wohnung über der Shishabar gegangen.

Obwohl sie sich mehrfach wehrte, wurde die Frau aus Sicht des Gerichts Opfer einer Vergewaltigung. Der 30-Jährige hatte vor Gericht beteuert, der Sex sei einvernehmlich gewesen. "Die Angaben der Geschädigten waren aber glaubhaft, da gab es gar kein Rütteln", erklärte der Sprecher des Landgerichts.

Der 30-Jährige habe nach dem Analverkehr zwei Bekannte angerufen und ihnen Sex mit der jungen Frau angeboten. Die beiden Männer seien tatsächlich in die Wohnung gekommen. "Durch Zufall hat dann ein Zeuge angerufen und Schreie im Hintergrund gehört", sagte der Sprecher. Er sei sofort zur Wohnung gegangen und habe der Frau geholfen.

Zu einer Gruppenvergewaltigung, über die Medien anfangs spekuliert hatten, sei es nicht gekommen, betonte der Gerichtssprecher. Das Verfahren gegen die anderen Männer sei eingestellt worden. Sollte das Urteil gegen den 30-Jährigen rechtskräftig sein, muss er wegen Alkoholprobleme zur Behandlung in ein Bezirkskrankenhaus.

Titelfoto: NEWS5 / Fricke

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