Sind Eltern Schuld am Tod ihres Kindes (†1)? Fall aus Wefensleben kommt vor Gericht

Wefensleben/Magdeburg - Ihr Kleinkind starb - und die Mutter sowie drei weitere Kinder blieben monatelang verschwunden (TAG24 berichtete): Die juristische Aufarbeitung des Falles einer Familie aus Wefensleben (Landkreis Börde) beginnt in wenigen Wochen.

Annika M. (43) blieb nach dem Tod ihres Kindes monatelang verschwunden.
Annika M. (43) blieb nach dem Tod ihres Kindes monatelang verschwunden.  © Polizeiinspektion Magdeburg

Vom 25. Februar an muss sich zunächst der 38 Jahre alte Vater des im vergangenen September gestorbenen, 14 Monate alten Jungen vor dem Landgericht Magdeburg verantworten, wie ein Sprecher am Freitag mitteilte.

Dem Mann wird Tötung durch Unterlassen vorgeworfen. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass er aufgrund einer psychischen Erkrankung schuldunfähig sei.

Er soll das Kind gemeinsam mit seiner Frau Annika M. unzureichend ernährt und auch festgestellt haben, dass es ihm gesundheitlich immer schlechter ging.

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Sie hätten keine ärztliche Hilfe in Anspruch genommen, so der Vorwurf. Schließlich soll das Kind am 2. September 2020 gestorben sein.

Die Anklage geht davon aus, dass der Junge hätte gerettet werden können, hätten die Eltern Hilfe geholt.

Annika M. stellte sich schließlich

Auch die drei weiteren Kinder Arwen, Jordi und Lentis im Alter von 3, 6 und 7 Jahren wurden gesucht.
Auch die drei weiteren Kinder Arwen, Jordi und Lentis im Alter von 3, 6 und 7 Jahren wurden gesucht.  © Polizeiinspektion Magdeburg

Gleich nach dem Geschehen waren die Mutter und die drei weiteren Kinder Arwen, Jordi und Lentis im Alter von 3, 6 und 7 Jahren verschwunden. Die 43-jährige Frau stellte sich erst am 19. Januar (TAG24 berichtete).

Sie ist derzeit in Untersuchungshaft, die Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft steht unmittelbar bevor, wie der Gerichtssprecher weiter mitteilte.

Sollte der Vater schuldunfähig sein, ihm die Tat nachgewiesen werden und er für die Allgemeinheit gefährlich sein, kommt eine dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht.

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Der Mann sei bereits vorläufig im Maßregelvollzug untergebracht, hieß es.

Titelfoto: Polizeiinspektion Magdeburg

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