Mehr als 150.000 Euro Schaden: Skoda-Bande tyrannisierte sächsische Autohändler

Zwickau - Ein Banden-Trio aus Tschechien soll für Skoda-Diebstähle im großen Stil verantwortlich sein. 

Oto V. (41) wurde aus der JVA Dresden zum Prozess nach Zwickau gebracht.
Oto V. (41) wurde aus der JVA Dresden zum Prozess nach Zwickau gebracht.  © Ralph Koehler/Propicture

Zwei der Männer nimmt sich das Landgericht Zwickau derzeit zur Brust. Sie sollen besonders schweren Diebstahl in 17 Fällen begangen haben. Noch schweigen die Angeklagten.

Spezialisiert hatten sich die Tschechen laut Anklage auf verschiedene Skoda-Modelle (u. a. Superb). So wurden die Beutezüge quer durch Sachsen offenbar zur Routine. 

Die gestohlenen Skodas hatten einen Gesamtwert von mehr als 150.000 Euro. In einigen Fällen blieb es beim Versuch. Dann nahmen die Täter die Motorsteuergeräte mit. Betroffen waren Autohändler in Reichenbach/V., Werdau, Zschopau, Pirna und Dippoldiswalde.

Genitalien verbrannt: Folterte syrischer Arzt 18 Menschen teilweise bis zum Tod?
Mord Genitalien verbrannt: Folterte syrischer Arzt 18 Menschen teilweise bis zum Tod?

"Der Schlüssel der Ermittlungen lag darin, dass die tschechischen Kollegen fast alle Skodas beschlagnahmen konnten. So konnten wir sie den Diebstählen genau zuordnen. Nur ein Fahrzeug wurde wohl verscherbelt", sagt Oberstaatsanwalt Holger Illing (64). Ermittelt hatte die Soko "Kfz".

Ebenfalls wegen besonders schweren Diebstahls angeklagt und in U-Haft: Jan M. (39).
Ebenfalls wegen besonders schweren Diebstahls angeklagt und in U-Haft: Jan M. (39).  © Ralph Koehler/Propicture
Zum Prozessauftakt am Donnerstag schwiegen Oto V. (41), Taxifahrer aus Prag, und Jan M. (39), der schon als Automechatroniker gearbeitet hatte und daher vom Fach ist. 

Im Laufe der Verhandlung wollen beide Angaben machen und sich eventuell einlassen. Ein Urteil könnte am 12. November fallen. Den Angeklagten drohen bis zu zehn Jahre Haft. 

Titelfoto: Ralph Koehler/Propicture

Mehr zum Thema Justiz: