Spanier behauptet jahrelang, er würde bald sterben, nun muss er ins Gefängnis

Madrid (Spanien) - Ein Spanier, der 2000 Tumore vortäuschte und damit Spenden in Höhe von 264.780 Euro erschlich, muss für zwei Jahre ins Gefängnis.

Der Spanier, der 2000 Tumore vortäuschte und damit Spenden in Höhe von 264.780 Euro erschlich, spricht mit Journalisten.
Der Spanier, der 2000 Tumore vortäuschte und damit Spenden in Höhe von 264.780 Euro erschlich, spricht mit Journalisten.  © DPA/Europa Press

Darauf einigten sich am Montag sein Verteidiger und die Staatsanwaltschaft vor Gericht in Madrid, wie die Nachrichtenagentur Europa Press meldete. Zuvor hatte er gestanden, die Vorwürfe der Anklage seien zutreffend.

Der 50-Jährige, der tatsächlich an einer seltenen Erbkrankheit leidet, die nicht bösartige Tumore auslösen kann, hatte jahrelang im Fernsehen, im Internet und bei öffentlichen Veranstaltungen behauptet, er habe bis zu 2000 Tumore und werde womöglich bald sterben.

Der Mann gründete sogar eine gemeinnützige Gesellschaft für die Erforschung seiner Krankheit, dem sogenannten Cowden Syndrom, und ernannte sich selbst zu deren Präsidenten. Auch ein Buch über ihn wurde veröffentlicht.

Vier Jungs vergewaltigen 15-Jährige und filmen alles, während kleiner Bruder des Opfers zur Geisel wird
Missbrauch Vier Jungs vergewaltigen 15-Jährige und filmen alles, während kleiner Bruder des Opfers zur Geisel wird

Für eine Behandlung seiner seltenen Krankheit in den USA brauche er dringend Geld, beteuerte er immer wieder bei Fernsehauftritten und in sozialen Medien. Viele Menschen hatten Mitleid mit dem Simulanten, der mit seiner Glatze wie ein Patient in Chemotherapie wirkte, und spendeten Geld, darunter auch Prominente aus Kultur und Sport.

Tatsächlich wurde er gratis in einem Krankenhaus in der Nähe seines Wohnortes in Valencia behandelt und sein Leben war nie in Gefahr, schrieb Europa Press.

Betrüger machte sich mit Spendengeldern ein schönes Leben

Ein 50 Jahre alter Spanier wurde verurteilt, weil er sich mehr als eine Viertelmillion Euro an Spendengeldern ergaunert hatte. (Symbolbild)
Ein 50 Jahre alter Spanier wurde verurteilt, weil er sich mehr als eine Viertelmillion Euro an Spendengeldern ergaunert hatte. (Symbolbild)  © meinzahn/123RF

Medienberichten zufolge reiste er tatsächlich öfter in die USA, begab sich dort jedoch nur einmal in eine Gratisbehandlung. Ein anderes mal reiste er demnach mit einem Kreuzschiff an.

Ansonsten habe er das eingesammelte Geld für Luxusgüter ausgegeben. 2017 flog der Betrug dann schließlich auf und der angeblich Todkranke wurde festgenommen.

Auch seine damalige Freundin ist angeklagt, an dem Betrug beteiligt gewesen sein. Deren Anwalt betonte aber, sie habe ihrem Freund geglaubt, dass er todkrank sei und ihm im guten Glauben geholfen.

Titelfoto: meinzahn/123RF

Mehr zum Thema Justiz: