Geistig behinderte Menschen missbraucht: Pfleger gesteht

Stuttgart - Jahrelang soll ein Heilerziehungspfleger schwer geistig behinderte Menschen und zwei Kinder missbraucht haben - von Dienstag an (9 Uhr) muss er sich vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten.

Der Prozess findet am Stuttgarter Landgericht statt.
Der Prozess findet am Stuttgarter Landgericht statt.  © Daniel Naupold/dpa

Es werde über neun Taten verhandelt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. 

Die Anklagebehörde wirft dem 30-Jährigen unter anderem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und Vergewaltigung vor.

Der Pfleger soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwischen 2005 und 2019 in einer Einrichtung bei Deckenpfronn (Kreis Böblingen) mehrere schwer behinderte Menschen missbraucht haben. 

Zudem soll er sich von 2012 bis 2014 an zwei Kindern in Überlingen (Bodenseekreis) vergangen haben. Die Opfer waren damals zwischen acht und zwölf Jahren alt.

Bis Anfang November hat die Jugendkammer des Landgerichts fünf weitere Verhandlungstage anberaumt. Der Angeklagte hatte sich selbst angezeigt und danach die Taten weitgehend gestanden.

Teile des Prozesses könnten laut Staatsanwaltschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, um die Opfer zu schützen (Az. 2 KLs 43 Js 11533/20 jug).

Update: 11.46 Uhr

Pfleger gesteht Missbrauch

Ein Heilerziehungspfleger hat den jahrelangen Missbrauch von schwer geistig behinderten Menschen und zwei Kindern vor Gericht gestanden. 

Der Verteidiger des 30-Jährigen verlas bei Prozessauftakt am Dienstag vor dem Landgericht Stuttgart eine Erklärung des Angeklagten, in welcher der Mann für die Taten um Entschuldigung bat und die Vorwürfe der Anklage in vollem Umfang einräumte. 

Er könne sich sein Verhalten selbst nicht erklären. Er habe immer wieder längere depressive Phasen gehabt und auch eine Therapie gemacht. Schließlich habe er sich selbst angezeigt.

Titelfoto: Daniel Naupold/dpa

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