Tod auf der Ostsee vorgetäuscht: Anklage wegen Versicherungsbetrugs

Kiel - Die Kieler Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 53-Jährigen erhoben, der mit einem Bootsunfall seinen Tod vorgetäuscht haben soll.

Der Angeklagte soll einen Unfall mit seinem Segelboot auf der Ostsee vorgetäuscht haben. (Symbolbild)
Der Angeklagte soll einen Unfall mit seinem Segelboot auf der Ostsee vorgetäuscht haben. (Symbolbild)  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Die Anklage lautet auf gemeinschaftlichen versuchten Betrug im besonders schweren Fall in 14 Fällen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. 

Der Mann werde beschuldigt, zusammen mit seiner mitangeklagten Ehefrau und seiner Mutter seit August 2018 insgesamt 14 Lebens- und Unfallversicherungen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 4,1 Millionen Euro bei verschiedenen Versicherungen abgeschlossen zu haben.

Um die Auszahlung der Versicherungsprämien an die Ehefrau und die Mutter zu bewirken, soll der Kieler im Oktober letzten Jahres einen Bootsunfall auf der Ostsee inszeniert haben. Anschließend habe seine Frau ihn absprachegemäß als vermisst gemeldet und im April dieses Jahres beim Amtsgericht die Todeserklärung ihres Mannes beantragt.

Der Verdacht, dass sein Verschwinden inszeniert sein könnte, hatte sich laut Staatsanwaltschaft nach aufwendigen Ermittlungen erhärtet. 

Im Mai wurde der mutmaßliche Haupttäter auf dem Dachboden im Haus seiner Mutter in Schwarmstedt (Niedersachsen) vor Auszahlung der Versicherungsprämien festgenommen. 

Angeklagter muss mit mehrjähriger Haftstrafe rechnen

Polizisten nahmen den mutmaßlichen Versicherungsbetrüger im Mai in Schwarmstedt fest.
Polizisten nahmen den mutmaßlichen Versicherungsbetrüger im Mai in Schwarmstedt fest.  © M. Schäfer/HannoverReporter.de/dpa

Während die Ehefrau zwischenzeitlich aus der Untersuchungshaft unter Auflagen entlassen wurde, sitzt ihr Mann weiterhin. 

Im Falle einer Verurteilung müssen die drei vor dem Landgericht Kiel Angeklagten laut Staatsanwaltschaft jeweils mit einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen.

Der Hauptangeklagte war am 7. Oktober 2019 von Kiel aus mit einem kleinen Motorboot in Richtung Dänemark aufgebrochen, bei nicht schlechtem Wetter. Drei Tage später meldet seine Frau ihn als vermisst.

Eine großangelegte Suche verlief ohne Erfolg. Am 11. Oktober entdeckte ein Zeuge das gekenterte Boot vor dem nordöstlich von Kiel gelegenen Ort Schönberg. Offensichtliche Schäden gab es nicht, Schwimmwesten und Schlauchboot fehlten.

Die Polizei war bei den Ermittlungen auf Ungereimtheiten gestoßen und wurde schnell skeptisch. Ein Gutachter stellte schließlich Manipulationen am Boot fest. Weitere Indizien kamen hinzu.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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