"Traumatischer Leidensweg": Forscherin erlangt nach zwei Jahren Gefängnis ihre Freiheit wieder

Teheran (Iran) - Mehr als zwei Jahre lang saß die australisch-britische Islamwissenschaftlerin Kylie Moore-Gilbert im Gefängnis. Durch diplomatische Entscheidungen hat sie nun endlich ihre Freiheit wiedererlangt.

Kylie Moore-Gilbert, Islamwissenschaftlerin aus Australien, trägt eine Kopfbedeckung und einen Mund-Nasen-Schutz um ihren Hals.
Kylie Moore-Gilbert, Islamwissenschaftlerin aus Australien, trägt eine Kopfbedeckung und einen Mund-Nasen-Schutz um ihren Hals.  © -/Iranian State Television/AP/dpa

Es war ein "langer und traumatischer Leidensweg", sagte Kylie Moore-Gilbert zu ihrem Gefängnisaufenthalt.

Mit den zwei Jahren hatte sie sogar noch Glück im Unglück, denn ursprünglich wurde sie zu zehn Jahren Knast verurteilt.

Der Grund: Angebliche Spionage für Israel.

Die 33-Jährige hatte die Vorwürfe stets bestritten und gemeint, sie sei als "Freundin und mit freundlichen Absichten" in den Iran gekommen.

Die Islamwissenschaftlerin und Dozentin der Universität Melbourne kam im September 2018 in den Iran, um an einer wissenschaftlichen Konferenz teilzunehmen. Seitdem befand sie sich mehr als 800 Tage lang in Haft.

Im Gegenzug für ihre Freilassung wurden drei im Ausland festgehaltene Iraner freigelassen. Moore-Gilbert bedankte sich bei der australischen Regierung für die komplizierte diplomatische Arbeit und beteuerte, sie habe "nichts als Respekt, Liebe und Bewunderung für die große Nation Iran" übrig.

Australien sowie Großbritannien und die USA begrüßten die Freilassung. Der britische Außenminister Dominic Raab forderte die Regierung in Teheran per Twitter auf, alle britischen Doppelstaatler freizulassen. Im Iran sitzen neben vermeintlichen Spionen auch politische Oppositionelle im Gefängnis.

Titelfoto: -/Iranian State Television/AP/dpa

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