Kiosk nach Angriff von Masken-Verweigerin geschlossen

Rotenburg (Wümme) - Noch sind nicht alle Details klar, doch anscheinend wurde ein Kiosk-Besitzer in Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen von einer mutmaßlichen Masken-Verweigerin angegriffen und verletzt.

Die Maske soll die Menschen vor dem Coronavirus schützen, für "Querdenker" ist sie ein verhasstes Symbol. (Symbolbild)
Die Maske soll die Menschen vor dem Coronavirus schützen, für "Querdenker" ist sie ein verhasstes Symbol. (Symbolbild)  © Armin Weigel/dpa

Der Vorfall spielte sich bereits am 2. November in der Mühlenstraße in der Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises ab. Die Frau betrat ohne Maske den Kiosk und geriet mit dem Besitzer aneinander. Ob es dabei um den fehlenden Mund-Nasen-Schutz ging, ist unklar, sagte ein Polizeisprecher zu TAG24.

Sicher ist aber: Am Ende des Streits war der Mann leicht am Bein verletzt. Nach den bisherigen Angaben zufolge hat die mutmaßliche Masken-Verweigerin ihn mit der Kiosk-Tür erwischt. Ob die Verletzung davon stammt oder ob der Mann stürzte, ist laut Polizei nicht ganz klar. Von dem Vorfall soll es aber Videoaufnahmen einer Überwachungskamera geben.

Die Frau soll zuerst geflüchtet sein, der Kiosk-Besitzer konnte aber ihr Auto-Kennzeichen notieren. Gegen die Tatverdächtige wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung eingeleitet. Der Mann hat seinen Laden seit dem Vorfall nicht mehr geöffnet.

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"Durch einen brutalen Angriff einer Masken-Verweigerin wurde ich so schwer verletzt, dass der Kiosk geschlossen bleiben muss", steht laut taz auf einem Schild im Fenster des Geschäfts. Das zeigen auch Fotos, die auf Facebook von mehreren Rotenburgern geteilt wurden. Auf zwei weiteren Schildern direkt daneben macht der Kiosk-Betreiber auf die Maskenpflicht aufmerksam.

Beiträge auf Facebook zeigen Schild im Kiosk

Radikalisierung schreitet voran

Der Vorfall scheint die These zu untermauern, dass die Radikalisierung der Corona-Leugner oder "Querdenker"-Szene weiter voranschreitet – dabei ist unklar, ob die Angreiferin dazugehört. In den vergangenen Wochen und Monaten häuften sich gewaltsame Übergriffe.

Grausamer Höhepunkt: Ein 49-Jähriger soll im September einen 20-jährigen Angestellten in einer Tankstelle in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) erschossen haben, weil dieser ihn auf die Maskenpflicht hingewiesen hatte.

Titelfoto: Montage: Armin Weigel/dpa, Screenshot/Facebook/marc.andressen

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