"Unfassbarer Vorgang, der Fragen aufwirft": Rund 42.000 Täterdaten im LKA gelöscht

Magdeburg - Aus einer Datenbank der Polizei sind versehentlich rund 42.000 Datensätze zu Straftätern aus Sachsen-Anhalt gelöscht worden - die Rettung ist aber wahrscheinlich.

Panne in Sachsen-Anhalt: Rund 42.000 Täterdaten wurden gelöscht. (Symbolbild)
Panne in Sachsen-Anhalt: Rund 42.000 Täterdaten wurden gelöscht. (Symbolbild)  © Frank May/dpa

Die Datensätze enthalten Fingerabdrücke, Porträtaufnahmen sowie Besonderheiten wie Tätowierungen und Narben von Tätern.

Eine Fehlerkette, die im Landeskriminalamt (LKA) in Magdeburg geendet habe, führte zur Löschung, erklärte ein Sprecher am Samstag. Zuvor hatte die "Magdeburger Volksstimme" berichtet.

Betroffen ist demnach der erkennungsdienstliche Teil des Polizeilichen Informationssystems, der kürzlich vom Bundeskriminalamt an die Länder rückübertragen worden ist. Im konkreten Fall hätten alle Daten auf eine mögliche Löschung oder Verlängerung überprüft werden sollen.

Eine Rettung ist aber wahrscheinlich: Im Bundeskriminalamt existiere eine Datenbanksicherung, aus der die gelöschten Daten voraussichtlich wiederhergestellt werden können, sagte der LKA-Sprecher der "Magdeburger Volksstimme".

Politiker fordern Aufklärung

Henriette Quade (36, Linke) bezeichnet die Datenpanne als "peinlich" und "besorgniserregend". (Archivbild)
Henriette Quade (36, Linke) bezeichnet die Datenpanne als "peinlich" und "besorgniserregend". (Archivbild)  © Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa

Aus der Landespolitik kam die Forderung nach Aufklärung. Die innenpolitische Sprecherin der Linken-Landtagsfraktion, Henriette Quade (36), erklärte: "Es ist ein auf mehreren Ebenen unfassbarer Vorgang, der Fragen aufwirft." Zum einen müsse erklärt werden, wie genau es zur Löschung gekommen sei.

Zum anderen kritisierte Quade wie auch der innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Rüdiger Erben (53), die Kommunikation dazu. Der Innenausschuss des Landtags habe erst am Donnerstag getagt, die Abgeordneten seien nicht informiert worden. Erben und Quade halten eine Sondersitzung des Ausschusses für notwendig.

Erben erklärte zudem: "Jetzt muss alles getan werden, dass die Daten wiederhergestellt werden und der Schaden für die Verbrechensbekämpfung eingegrenzt werden kann. Doch schon jetzt beeinträchtigt er die Arbeit der Polizei."

Und die Linken-Politikerin Quade ergänzte: "Keine Frage: Der Vorgang ist peinlich. Er ist aber vor allem besorgniserregend: Wenn ein solch schwerer Fehler in einem Bereich passieren kann, der eigentlich Routine ist, dann besteht umso mehr die Frage, wie Polizei aufgestellt ist."

Titelfoto: Frank May/dpa

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