Profiler zum Fall Maddie McCann: Das spricht dafür, dass es sich beim Verdächtigen um den Täter handelt

Berlin - Nach Ansicht des Profilers und Kriminalexperten Axel Petermann (67) deuten die Indizien im Fall Maddie darauf hin, dass der Verdächtige das Mädchen nicht nur missbraucht, sondern auch ermordet haben könnte. "Von den äußeren Rahmenbedingungen könnte er durchaus als Täter in Frage kommen", sagte der frühere Bremer Mordermittler der Deutschen Presse-Agentur.

Axel Petermann (67)-.
Axel Petermann (67)-.  © Carmen Jaspersen/dpa

"Er war zur Tatzeit dort, hat offensichtlich eine Präferenz für Kinder, die er auch missbraucht hat, und scheint als Einbrecher in Hotelanlagen tätig gewesen zu sein." 

Auf der anderen Seite scheine es aber noch keinen konkreten Tatverdacht zu geben, da kein Haftbefehl erlassen wurde und nicht einmal eine Öffentlichkeitsfahndung mit seinem Namen und Foto erfolgte.

Über 13 Jahre nach dem Verschwinden der damals dreijährigen Madeleine "Maddie" McCann ermitteln das Bundeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen einen 43-jährigen Deutschen, der unter anderem wegen Sexualstraftaten und Kindesmissbrauchs vorbestraft ist. 

"Täter dieser Couleur haben eine latente Tatbereitschaft und entsprechende Fantasien und Neigungen", erklärte Petermann, der auch als Berater des Bremer ARD-"Tatort" bekannt wurde. 

Es könne gut sein, dass der Mann das schlafende Mädchen bei einem Einbruch zufällig entdeckt habe, es zu einem Motivwechsel gekommen sei und er sich daraufhin an dem Kind vergangen habe.

Erste Hinweise auf den Tatverdächtigen gab es bereits 2013

In der Justizvollzugsanstalt Kiel sitzt der Deutsche momentan eine Haftstrafe ab.
In der Justizvollzugsanstalt Kiel sitzt der Deutsche momentan eine Haftstrafe ab.  © Carsten Rehder/dpa

Erste Hinweise auf den nun Tatverdächtigen gab es nach Angaben der Ermittler des Bundeskriminalamts bereits 2013 nach einer Folge der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst".

Grundsätzlich wolle er den Ermittlern in dem Fall keinen Vorwurf machen, sagte Petermann zu der Zeitspanne zwischen ersten Hinweisen und den Ermittlungen gegen den heute 43-Jährigen. 

Dass aber der Mann in der Nähe der Ferienanlage, aus der Maddie verschwand, gewohnt habe und zum Tatzeitpunkt in der Nähe des Tatorts telefoniert habe, "hätte man damals schon herausfinden können".

Die dreijährige Madeleine McCann war im Mai 2007 aus einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarve verschwunden, während ihre Eltern essen waren. 

Zunächst waren die Ermittler von einer Entführung ausgegangen, kurzzeitig standen auch Maddies Eltern unter Verdacht

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen den Deutschen wegen Mordverdachts ermittelt. Derzeit sitzt der Mann in Kiel eine alte Haftstrafe ab.

Titelfoto: Carmen Jaspersen/dpa / Carsten Rehder/dpa

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